Kapuziner Österreich-Südtirol

Frequently Asked Questions

  • Wovon lebt ihr Kapuziner?
    Wir sind Menschen aus Fleisch und Blut – und als solche haben wir auch materielle Bedürfnisse. Die einzelnen Klöster versuchen von „ihrer Hände Arbeit“, durch Spenden von Wohltätern oder den Gehältern bzw. Pensionen zu leben, die von Einrichtungen wie Diözesen oder sonstigen Dienstgebern gezahlt werden. Zum Erhalt der Gemeinschaften reichen diese Gelder meistens, für die Instandhaltung der Gebäude jedoch nicht. Doch wir sind gut und überregional organisiert und so ist unser Leben finanzierbar.


  • Was ist der Unterschied zwischen Kapuzinern und Franziskanern?
    Heute gibt es kaum mehr Unterschiede. Besonders wichtig ist uns Kapuzinern ein bescheidenes Leben in Solidarität mit Kranken und Bedürftigen. Historisch hat sich unsere Gemeinschaft als der franziskanische Reformorden etabliert, der die Armut genauer nimmt und mehr Wert auf Kontemplation (Gebetsleben und Meditation) legt.  


  • Was tut ein Kapuziner den ganzen Tag?
    Die meisten von uns gehen seelsorglichen Aufgaben in Pfarren, pfarrähnlichen Strukturen oder kategorialer Seelsorge (Krankenhaus, Gefängnis) nach. Dazu kommen die üblichen Aufgaben im Haus, wie sie im Leben jedes Menschen anfallen. Großen Stellenwert in unserem Alltag haben die Gebetszeiten, die wir einzuhalten versuchen, auch wenn wir Aufgaben außerhalb des Hauses nachgehen.


  • Was ist eure wichtigste Aufgabe?
    Nach dem Evangelium leben!“ - so unser Ordensgründer, der Heilige Franz von Assisi. Was das heißt, ist immer wieder neu zu definieren. Wir wollen das Leben Jesu in die heutige Zeit übersetzen: In Liebe leben – in Beziehung zu den anderen Menschen leben und so, dass es ihnen „wohl tut“.


  • Wie viele Kapuziner gibt es?
    Weltweit sind wir ca. 10.500 Kapuziner. Im deutschsprachigen Raum leben etwa 400 Brüder.


  • Warum habt ihr diese Knöpfe im Strick?
    Kennen Sie den Brauch, einen Knopf ins Taschentuch zu machen, wenn man etwas nicht vergessen will oder soll? Wir binden die Knoten - Was wir nicht vergessen sollen, sind unsere Gelübde: Armut, Gehorsam und keusche Ehelosigkeit (siehe Fragen unten), die wir abgelegt haben.


  • Warum kleidet ihr euch so?
    Welcher Gemeinschaft wir angehören, darf man ruhig sehen. Feuerwehrmänner und –frauen erkennt man ja auch.

    Heute ist es uns freigestellt, ob wir in zivil oder im „Habit“, wie sich unsere Kutte nennt, unterwegs sind. Wir selbst beobachten, dass der Habit sich verschieden auf unser Gegenüber auswirkt: Manchmal hilft er uns, Beziehungen zu knüpfen, manchmal löst er Reserviertheit aus.


  • Was tragt ihr unter Eurer Kutte?
    Hemd, Hosen, Socken, Unterwäsche …


  • Wo gibt es Kapuziner?
    Weltweit in ca. 120 Ländern. Mehr dazu auf der Seite des Weltordens


  • Wie ist das mit dem Gehorsam zu verstehen?
    Gehorsam bedeutet für uns: Ich vertraue auf meinen Oberen. Im Vertrauen darauf, dass seine Entscheidung richtig ist, lasse ich mich darauf ein. Traditionell sagt man, dass sich im Willen des Oberen der Wille Gottes ausdrückt. Es kann „höhere Interessen“ in Bezug auf die Gemeinschaft oder auch auf mich selbst geben. Heute leben wir „Gehorsam im Dialog“. Wir versuchen gemeinsam eine Lösung zu finden, die hält.


  • Wie sieht es bei den Kapuzinern mit „Nachwuchs“ aus?
    Für viele Menschen ist unsere Lebensform heute etwas Fremdes. Wir stellen fest, dass seit den 1960er Jahren weniger Menschen Sehnsucht danach haben. Doch es gibt auch heute Interessenten. Unsere Aufgabe als Ordensfamilie ist es, den Rahmen für eine gute Entscheidungsfindung zu schaffen - ob es für diese jungen Männer die Richtige ist.


  • Was tut ihr mit den Klöstern, die ihr nicht mehr bewohnt?
    Wir suchen Partner, die unsere Liegenschaften gut nutzen. Das kann unterschiedliche Form haben: Viele Klöster werden auf irgendeine Weise für soziale Zwecke genutzt wie das Kloster in Braunau, wo die Volkshilfe Flüchtlinge untergebracht hat. Andere werden weiterhin religiös genutzt, durch andere Ordensgemeinschaften, die örtlichen Diözesen oder christliche Geschwisterkirchen. So haben wir etwa Haus und Kirche in Knittelfeld der rumänisch-orthodoxen Kirche zur Verfügung gestellt.


  • Bekommt ihr etwas von meiner Kirchensteuer?
    Nein. Wo Kapuziner auf irgendeine Weise für Diözesen arbeiten, beziehen sie diözesanen Gehalt – hier kann es sein, dass über Umwege Teile des Kirchenbeitrags zu den Kapuzinern gelangen.


  • Wie ist das mit der Armut zu verstehen?
    Im Armutsgelübde verzichten wir auf Privateigentum. Es erinnert uns daran, Vertrauen in Gottes Vorsehung zu haben. Persönlich bemühen wir uns um ein bescheidenes Leben. 


  • Bekommt ihr Taschengeld?
    Ja, für Bedürfnisse wie Eis essen, Kino usw. bekommen wir Taschengeld. Es geht um das rechte Maß: Die Haltung, ein bescheidenes Leben zu führen.


  • Darf ein Kapuziner ein Handy besitzen?
    Wenn er es für seine Aufgaben benötigt.


  • Darfst du ausgehen?
    Ja.


  • Woher kommen die Kapuziner?
    Mehr über unsere Geschichte erfährst du hier 


  • Wie sind die Kapuziner organisiert?
    Es gibt Personengemeinschaften und Klostergemeinschaften. Weltweit sind wir in Provinzen organisiert. Wenn jemand Kapuziner wird, dann tritt in eine Provinz ein und wird im Laufe seines Lebens in verschiedenen Klöstern dieser Provinz leben und arbeiten. Für die Jahre, die er in einem bestimmten Kloster verbringt, soll die dortige Hausgemeinschaft im Speziellen seine „Familie“ sein.


  • Wie viele Kapuziner leben in einem Kloster?
    Normalerweise zwischen drei und zehn Brüder. Grundsätzlich mindestens drei, da ein wichtiges Element unseres Ordenslebens ist, dass wir in Gemeinschaft leben.


  • Dürfen Nicht-Kapuziner die Klöster betreten?
    Die Klöster schon, aber nicht die Privatbereiche der Brüder. Die meisten unserer Klöster werden jeden Tag von Nicht-Kapuzinern betreten, da wir fast überall Mitarbeiter/innen in Verwaltung, Haus und sonstigen Positionen haben.


  • Untersteht ihr dem Bischof?
    Ein Bischof ist für jedeN ChristIn Leiter der Ortskirche, also auch für uns. Für unsere internen Angelegenheiten ist er nicht zuständig. Auf unseren Ordensgründer Franziskus geht es zurück, dass wir dem Papst unterstehen – auch in Bezug auf unser Gehorsamsgelübde.  


  • Was tut ihr in der Seelsorge?
    Unsere Aufgabe ist die Begleitung der Menschen in ihren konkreten Lebenssituationen. Das kann Verschiedenes heißen: Krankheit, Trauer, Lebenswenden wie Geburt oder Heirat… oder in speziellen Situationen wie im Gefängnis…


  • Wann steht ihr auf?
    Alle zehn Jahre eine halbe Stunde später ;-)

    In den meisten unserer Klöster beginnt der Tag zwischen 6:30 Uhr und 7:30 Uhr mit dem Morgengebet (Laudes) und/ oder der Messe und dem anschließenden Frühstück. Entsprechend davor stehen wir auf.


  • Warum muss man als Kapuziner zölibatär leben?
    Wir wollen frei sein für unseren Einsatz, wir wollen dafür verfügbar und flexibel sein. Unsere Gemeinschaft soll einer Familie nahekommen, jedoch frei von zu engen Bindungen. Ohne Zölibat hat man es ein Stück schwerer – und leichter.


  • Seid ihr Kapuziner noch zeitgemäß?
    Unser Grundauftrag ist die Liebe zu den Menschen (siehe „wichtigste Aufgabe“). Das ist immer zeitgemäß, als Hauptauftrag sogar zeitlos. Die Form, wie es gelebt wird, muss zeitgemäß sein. Wenn die Kapuziner in der Gesellschaft einen Auftrag wahrnehmen, ist das zeitgemäß.


  • Wo liegen eure Chancen in der Zukunft?
    In der Wahrnehmung unseres gesellschaftlichen Auftrages (siehe vorhergehende Frage).