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Bericht aus KeniaVon Br. Benedict Ayodi
Die Wahlen in Kenia lösten im Dezember so chaotische Gewalttätigkeiten aus, wie sie das Land seit seiner Unabhängigkeit noch nicht gesehen hat. Über 1200
Menschen starben und mehr als 350.000 wurden obdachlos und vertrieben. Die Elendsviertel in Nairobi, die Küsten Stadt Mombasa, der Rift Graben, Nyanza und westliche Provinzen waren als Orte des größten Widerstands gegen die Wahlen von den Gewalttätigkeiten am meisten betroffen. Es kam zu Morden, Rauben, Plünderungen und Brandstiftungen in Wohnhäusern, Schulen und Kirchen. Die Kenianische Regierung verbot die Liveübertragung von Veranstaltungen. Die Polizei und die Allgemeine-Service-Einheit (GSU) erschossen und töteten Demonstranten, was zu noch mehr Angst und Chaos führte. Die Damietta Friedensinitiative (DPI), eine nicht staatliche franziskanische Organisation und die franziskanische Familie in Kenia riefen zu Frieden und Toleranz auf. Lange vor der Wahlkrise hatte die Friedensinitiative begonnen, gesamt-afrikanische Versöhnungsgruppen in den nairobischen Elendsvierteln von Mathare, Kibera, Rongai und im Küstengebiet zu errichten. Sie bestehen aus Multi-Gläubigen, sind multi-ethnisch und gemischtgeschlechtlich und sind Keimzellen des Friedens in der kenianischen Gesellschaft. Während der Krise setzten diese Gruppen ihre Versöhnungsarbeit fort und konnten vielen erfolgreich beistehen. Meine Reise nach Genf Nach dem Bekanntwerden der Notlage der franziskanischen Familie in Kenia entschied Franciscans International, auf internationaler Ebene zu handeln. Sie luden mich nach Genf zur 7. Versammlung der UN Menschenrechtskommission vom 9. bis 17. März 2008 ein. Ich sollte dort von der Situation in Kenia sprechen. Franciscans International war davon überzeugt, dass meine direkten Erfahrungen als Koordinator der Damietta Friedensinitiative einen einmaligen Einblick in den Rat bringen würde.
Meine UNO Intervention Ich wusste, dass die ganze franziskanische Familie für mich betete, während ich der Menschenrechts Kommission meinen Bericht vorlegte. Die Kenianische Regierung, vertreten durch ihre Delegierten und Botschafter, reagierte positiv. Sie versprach, die humanitären Punkte, die ich aus den Erfahrungen der franziskanischen Initiativen in Kenia angesprochen hatte, anzugehen. Ich möchte hier
noch einmal die wichtigen Themen öffentlich benennen, die ich in meinem Bericht
genannt habe: Die volle Implementierung der Machtteilungs-Vereinbarung,
Beendigung der Grausamkeiten von Polizei und Armee gegenüber unbewaffneten
Demonstranten, die Schließung der Terrorgruppen, die immer noch weiter tätig
sind, und die Wiederansiedlung der Vertriebenen. Die derzeitige
Situation. Eine Vereinbarung zwischen der Opposition und der Regierung über einen Gewaltverzicht wurde im Februar 2008 unterzeichnet. Sie ist noch nicht vollständig umgesetzt worden, da die Bildung einer Koalitionsregierung ins Stocken geraten ist. Dies hat zu Spannungen und Angst unter den Kenianern geführt. Vor kurzem gab es deswegen sogar einen Zusammenstoß zwischen Polizei und Demonstranten in den Gebieten Kibera und Kisumu. Menschenrechtsverstöße durch die Polizei, die Armee und die organisierten Terrorgruppen dauern weiter an. Das Schicksal von Kenias Vertriebenen ist weiter ungeklärt. Es gibt kein Bestreben, sie wieder anzusiedeln. Viele fürchten, dass sie während der nahen Regenzeit in den behelfsmäßigen Flüchtlingslagern nicht überleben werden. Die Reaktion zu
Hause Als ich nach Kenia zurückkam, sprach ich mit den Leuten in den Elendsvierteln Mathare, Kibera und Rongai über meine Reise. Viele waren glücklich, dass ihre Situation bei der UNO besprochen worden war. Sie schöpften Hoffnung, dass eine bessere Zukunft
Wirklichkeit werden könnte. Die Damietta-Friedensinitiative hat vom 23.
bis 25. April ein Seminar geplant, um die Elendsviertelbewohner über
menschliche Rechte, Konfliktmanagement und Friedenskonsolidierung zu
unterrichten. In Anbetracht der
anfälligen Situation in Kenia bittet die Damietta-Friedensinitiative sowohl die
nationalen wie die internationalen Kräfte, das Abkommen über den Gewaltverzicht
schnell einzuführen, bevor wieder Gewalttätigkeiten auftreten. Nur nach dessen
Einführung werden sich die Vertriebenen wieder ansiedeln, wird organisiertes
Verbrechen kontrollierbar und der Frieden in Kenia wieder hergestellt werden.
Ein Bericht aus: Franciscans International |
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