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Bewegte Zeiten
Eine bewegte Zeit ist dieser Herbst des Jahres 2008. Auf einmal sind wir mittendrin in einem Prozess, in dem eine der Hauptfragen die Frage der Religion ist! Religion gemeint im ursprünglichen Sinne des Wortes als eine Bindung an Über-geordnetes. Eine einfache Frage, wie in etwa - An was binde ich mein Herz? - kann einiges verdeutlichen.
Wenn wir in diesem Kontext die aktuellen Geschehnisse betrachten, dann sehen wir: Die Welt befindet sich in einer Krise der modernen Religion: Die angebeteten Gottheiten der freien Marktwirtschaft und der Globalisierung wa-ckeln auf ihren dogmatisch festgesetzten Sockeln. Ein heftiger Wirbelsturm reißt die Pforten der Heiligtümer dieser Welt auf und fegt das „Allerheiligste“ der Banken und Börsen aus. Im künstlich angelegten Garten Eden der unendlichen Gewinnsteigerung platzen auf einmal die aufpolierten Heiligenscheine und reißen Höllenschlunde der gigantischen Verluste auf. Was ist denn los? Gab es denn keine Propheten im Land, die das Volk vor dem Unglück warnen würden? Wurden die Gottheiten beleidigt? Die Synoden der Würdenträger stellen auf einmal Sünden-Verzeichnisse auf: „unverantwortliche Kreditvergabe“, „Unterschätzung der Anlagerisiken“, „unüberlegte Immobilienankäufe auf Kredit“, ja sogar „falsche Versprechungen und Irreführung“, „Gier“, „Schein“ etc. Angst vor Verderben auf der einen Seite und Rufe zur Buße und Umkehr auf der anderen Seite füllen die Herzen jener, die ihr Herz an Geld gebunden haben. Eines ist dabei sicher: Die Welt ist inzwischen so miteinander verbunden, sodass auch jene, die andere Werte vertreten, von den Folgen der modernen Religion ebenso betroffen sind. In diesem Kontext gewinnt die jüngste Präsidentschaftswahl in Amerika wiederum eine besondere, quasi religiöse Bedeutung. Mit Barack Obama wird zum ersten Mal in der Geschichte ein Afroamerikaner Präsident der USA. Er tritt damit als Hoffnungsträger eines „Wandels“ auf. Ist seine Person eine Projektionsfläche der enttäuschten Erwartungen oder doch ein Zeichen dafür, dass Amerika und damit die globalisierte Welt einen tiefgehenden Wandel brauche? Kann der Mensch Barack Obama den hohen Erwartungen gerecht werden? Für all die Fragen möchte ich den hl. Franziskus zitieren: „Allen Bürgermeistern und Konsuln, Richtern und Statthaltern auf der ganzen Welt sowie allen anderen, zu denen dieser Brief gelangt, euch allen wünscht Bruder Franziskus, euer ganz kleiner und verächtlicher Knecht in Gott, dem Herrn, Heil und Frieden (...) Daher bitte ich euch in Ehrfurcht, so gut ich kann, ihr möchtet doch nicht wegen der Sorgen und dem geschäftigen Treiben dieser Welt, die ihr habt, den Herrn der Vergessenheit anheimfallen lassen. (Lenk; 1.3a). So weit Franziskus in seinem Brief an die Lenker der Völker... Und an was binde ich mein Herz? Br. Radek Celewicz 07. November 2008 Br. Radek Celewicz ist Provinzial der Österreichischen Kapuzinerprovinz |
Aus der Provinz Da beßt die Gans in die Mönchskutte TREFF-Punkt Entscheidung am 24. Januar 2009, 10 Uhr - 18 Uhr in Münster/W. 04. Dezember 2008: Gebetstag für geistliche Berufungen Aus dem Orden Geistlicher Weihnachtsstress Weihnachtsbotschaft des Generalministers Weihnachtsgrüße aus dem Kloster Aschaffenburg |

