Unternehmungen

Eine Hand-voll "kleiner Unternehmungen":
zum derzeitigen Profil des Kapuzinerklosters Innsbruck

Motto:   Die unglaubliche Vitalität einer kleinen Pflanze –
             Plädoyer für ein Kleinklima der Liebe im rauen Gletscherwind
             der Zeit.
 (Zitat aus dem Buch: "Der Gletscherhahnenfuß" von Reinhold Stecher, Innsbruck 2005)

Kleine Unternehmung: Klosterkirche - offener Ort der Stille mitten in der Stadt

Kirche
Die Kirche ist tagsüber durchgehend geöffnet und abends offen bis 19.45 Uhr. Sie befindet sich an einem sehr belebten Ort unserer Stadt, direkt gegenüber der Sozialwissenschaftlichen Fakultät mit mehreren tausend Studierenden - und in der Nähe vieler kleiner „Lokale“; das ganze Areal liegt nahe der Altstadt und ist nicht weit weg vom Bahnhofsviertel.

Die Kirche ist in der Heizperiode temperiert und früh morgens sowie bei Einbruch der Dunkelheit (oder bei finsterem Wetter!) dezent beleuchtet.

Da es am Vormittag nur e i n e n Gottesdienst gibt und das Gotteshaus sehr schlicht ist, wird es gerne als Ort der Stille und des Gebets aufgesucht. Die Marienkapelle ist als eigener kleiner Gebetsraum mit Teppich und Sitzhockern eingerichtet.
Am Freitagvormittag gibt es die Möglichkeit zur stillen Eucharistischen Anbetung.

Kleine Unternehmung: Aussprachedienst und Sakrament der Versöhnung; Geistliche Begleitung

Täglich am Vormittag ist im Aussprache- und Beichtzimmer (in der Kirche) ein Kapuziner anzutreffen. Auch nachmittags besteht jederzeit die Möglichkeit zum Gespräch - nach Vereinbarung. Der Dienst durch das Sakrament der Versöhnung ist uns ein besonderes Anliegen und es fällt auf, dass die Qualität der Beichtaussprachen beachtlich ist. Zugleich legen wir Wert darauf, dass suchende Menschen auch ohne Beichte sich aussprechen können.

Pforte

Auch die Pforte wird (vormittags und nachmittags) von einem Kapuziner betreut. Dieser nimmt den Kontakt mit der Führung der nahe gelegenen „Frühstückstube“ (siehe unten!) wahr.
Einige Brüder stehen über den täglichen Beicht- und Aussprachedienst hinaus für „Geistliche Begleitung“ zur Verfügung.

Meditationsraum und Sprechzimmer werden regelmäßig für Gebetsgruppen und Beratungsdienste zur Verfügung gestellt.

Kleine Unternehmung: Frühstücksstube und "Vinzibus"

Frühstück

Unsere Stube neben der Pforte ist in besonderer Weise für bedürftige Menschen wie Obdachlose oder andere Benachteiligte bestimmt. Hier besteht die Möglichkeit einer ersten „niederschwelligen“ Sozialberatung. Die Frühstücksstube wird von der Caritas Innsbruck geführt - in Zusammenarbeit mit dem Pförtner und der Klosterköchin. Diese Stube hat von Mittwoch bis Freitag, 8.30 bis 10.00 Uhr, geöffnet. Am Abend ist täglich von 18.30 bis 19.00 Uhr der sogenannte "Vinzibus" zu Gast. Ein warmes Abendessen wird kostenlos angeboten.

Kleine Unternehmung: Klostergarten

Garten

Der Klostergarten ist für die Bewohner des „Nothburgaheims“ sowie für deren BetreuerInnen und Angehörige zugänglich. Diese können im Garten spazieren gehen und die in ausreichender Anzahl vorhandenen Sitzbänke benutzen. Dieses Seniorenheim ist als kirchliche Stiftung verfasst und befindet sich auf ehemaligem Klostergrund, liegt also in unmittelbarer Nähe. Uns Brüdern stehen bei Bedarf zwei Heimplätze zur Verfügung. Eine eigene Türe in der Klostermauer visa vis vom Heim ist tagsüber immer aufgesperrt.

Kindergarten

Der Klostergarten ist außerdem für den Kindergarten des Seraphischen Liebeswerkes (SLW) geöffnet, der gleich neben dem Nothburgaheim, also ebenfalls in direkter Nachbarschaft liegt. Es wurde ein Spielplatz gestaltet und dem Kindergarten zur Verfügung gestellt. In der wärmeren Zeit eignet er sich sogar als Fußballplatz, im Winter gibt es Schneeballschlachten oder entstehen Schneemänner und Schneefrauen!

Kleine Unternehmung: Seelsorgsdienste außerhalb des Klosters

Trotz unserer begrenzten Möglichkeiten übernehmen wir nach wie vor gerne seelsorgliche wie liturgische „Aushilfendienste“ - in Pfarrgemeinden oder anderen Einrichtungen; insbesondere in den Stätten des Seraphischen Liebeswerks, in Seniorenheimen oder auch im Integrationshaus der Caritas Innsbruck. Einige Brüder bieten in begrenztem Ausmaß Geistliche Begleitung und Exerzitien an (siehe oben!) oder tragen ihren Anteil zur Betreuung von Schwesterngemeinschaften bei. Eine wichtige Aufgabe sehen wir in einfachen Besuchsdiensten bei kranken oder notleidenden Menschen – in ihren Wohnungen oder in den Sozialeinrichtungen, Heimen und Krankenhäusern unserer Stadt.

Last but not least : Unternehmung Brüdergemeinschaft

Im Kapuzinerkloster Innsbruck leben derzeit ständig vierzehn Brüder. Laurentius Wabnig in unserer Gemeinschaft zugeschrieben, arbeitet aber als Berater in einer Behinderteneinrichtung in Bayern. Der relativ hohe Altersdurchschnitt bedeutet, dass die seelsorgliche Arbeit nach außen hin eingeschränkt werden musste und die Sorge der Brüder für einander mehr und mehr einen eigenen wesentlichen Aufgabenschwerpunkt darstellt. Das ist zwar eine Chance für das Gemeinschaftsleben, aber zugleich ist es schmerzlich für uns, daß die Präsenz unter den Menschen und die Seelsorgsdienste (zumindest quantitativ!) deutlich zurückgehen. (Ohne Verdienst!) „Mitgegeben“ ist damit allerdings, dass das Gebetsleben, das zumeist stille und verborgene Beten an Raum gewinnt.

Und die Sorge für die älteren Brüder kann eine eigene „Kraft“, ja Ausstrahlung haben. Der Innsbrucker Caritas-Direktor Georg Schärmer (vorher Leiter einer Einrichtung des SLW!) hat neulich angesichts des drohenden Pflegenotstands eine „dritte Patenschaft“ (neben Tauf- und Firmpaten!) für ältere Menschen angeregt. In unseren Klöstern gibt es solche „Patenschaften“ in ganz unspektakulärer Weise - und mit allen Grenzen auch in diesem Bereich. Älteren und Jüngere müssen zusammenstehen und man „gewinnt“ dabei gegenseitig. Drei jüngere Mitbrüder stehen in theologischer Ausbildung. Hier sei erwähnt, dass uns der gute Kontakt zur Theologischen Fakultät (die wenige Gehminuten von unserem Haus entfernt liegt!) ein großes Anliegen ist.

Einen eigenen Aufgabenbereich bildet die Mitsorge für unsere Brüder auf Madagaskar. Früher hat man es „Mission“ genannt, heute leben nur mehr wenige europäische Kapuziner mit den einheimischen Brüdern zusammen und teilen einfach ihr Leben und ihr Suchen nach Gott. Darunter ist der nunmehr einzige österreichische Kapuziner, unser Mitbruder Manfred Marent aus dem Montafon/Vorarlberg. Wenn er nach Österreich heimkommt, hat er seine Bleibe ebenfalls in unserer Innsbrucker Brüdergemeinschaft. Die Brüder auf Madagaskar leben zwar heute in einer selbständigen Provinz mit viel Nachwuchs, sind aber, gerade auch im Ausbildungsbereich, auf unsere Solidarität angewiesen.

* Der Ausdruck „Kleine Unternehmung“ wurde bewußt gewählt! Einerseits ist damit gemeint, dass unsere Unternehmungen nicht „großartig“ sind - wir mit unseren bescheidenen Kräften eben keine „großen Sprünge“ machen können; andererseits gilt „small is beautiful“, auch (und gerade!) Kleines kann „Gewicht“ haben, was auch das Zitat von Reinhold Stecher (das „Motto“, das über diesem Beitrag steht!) verdeutlichen soll.

 

Kapuzinerkloster

Kaiserjägerstraße 6
A-6020 Innsbruck

Tel. +43 - 
512 - 584914
Fax +43 - 
512 - 584914 - 13
Email: innsbruck@kapuziner.org

Meldungen aus der Provinz

 

Diese Website ist ein Projekt der deutschsprachigen Provinzen des Kapuzinerordens.