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Johannes Holzenkämpfer
ist Jahrgang 1998, arbeitet für die Erzdiözese Salzburg und schrieb einen Teil seiner Bachelorarbeit im Kapuzinerkloster in Salzburg.
Angebot für Studierende: „Aus dem Trubel in die Reflexion“
In einigen Klöstern der Kapuziner ist es für Studierende möglich, Tage im Kloster zu verbringen. Wie er seinen Aufenthalt im Programm „Study and Pray“ im Kapuzinerkloster Salzburg empfunden hat, berichtet Johannes Holzenkämpfer.
Wie sind Sie auf „Study and Pray“ gekommen?
Ich war das erste Mal 2018 in Salzburg, um ein paar Tage eine Auszeit zu machen. Daher kannte ich das Kapuzinerkloster als Ort des geistlichen Rückzugs schon länger. Seit ich in Salzburg wohne, habe ich immer wieder losen Kontakt gehalten. Durch meine Arbeit im diözesanen Kontext und in der Loretto-Gemeinschaft bin ich mit zwei Brüdern aus dem Kloster in Kontakt gekommen. Schlussendlich gab Folgendes den Ausschlag: Als ich gemerkt habe, dass das Fenster zum Anfertigen meiner Bachelorarbeit immer kleiner wird, musste ich von den alltäglichen Aufgaben und Ablenkungen Abstand gewinnen. Dazu war der Wechsel meines Umfeldes sehr hilfreich. Mir kam die wunderschöne Bibliothek des Kapuzinerklosters in den Sinn. So habe ich Kontakt aufgenommen, angefragt und schon ging es los.
Was wollten Sie konkret erledigen in dieser Zeit?
Es ging um den Abschluss meiner Bachelorarbeit, was sowohl Recherche als auch Schreibarbeit beinhaltet. Ich hatte Bedarf nach einem Ort, an dem ich ungestört arbeiten kann. Zugleich brauchte ich ein gewisses Maß an Tagesstruktur und der Möglichkeit, einfach an theologische Basisliteratur zu kommen. Das passte also wunderbar!
Was studieren Sie?
Zu der Zeit war ich im Abschluss meines 4C-Bachelors „Christian Culture, Change and Communication“. Das ist eine ungewöhnliche, aber sehr spannende und fruchtbare Kombination aus Theologie, BWL und Kommunikationswissenschaft.
Welches Ziel hatten Sie sich für die Tage im Kloster gesetzt?
Ganz klar: die Bachelorarbeit fertig schreiben! Konkret ging es noch um circa 40 Seiten – innerhalb einer Woche.
Wie waren Sie untergebracht gewesen?
Es gibt ja die Möglichkeit, vor Ort im Kloster zu übernachten. Das habe ich in meinem Fall nicht genutzt, sondern in meiner Wohngemeinschaft in Salzburg gelebt. Den Tag habe ich aber komplett im Kloster verbracht, auch bei Mahlzeiten und Gebet. Ich würde fast sagen: In dieser Woche habe ich quasi in der Bibliothek gewohnt (lacht).
Konnten Sie gut arbeiten?
Hervorragend. Ein Arbeitsplatz mit Blick auf die Festung und die Berge. Schön hell, einfach wunderbar.
Kamen Sie in Kontakt mit den Brüdern, und wie haben Sie den empfunden?
Ja, das war immer wieder der Fall. Mal ging es um ganz praktische Dinge, aber wir sind auch ins Gespräch über meine Bachelorarbeitsthemen gekommen. Dieser Austausch war sehr anregend und durchweg nett und wertschätzend.
Das Angebot heißt ja „Study and Pray“. Wie war das mit dem Beten?
Super! Ich kenne das Stundengebet aus Seminarszeiten und liebe die Form sehr. Das Mitbeten wurde mir erleichtert, dadurch dass ich nichts vorbeten musste oder Ähnliches. In der Gemeinschaft mit den Brüdern zu beten, das war eine wirklich gute Erfahrung.
Was war Ihr Highlight dieser Tage im Kloster?
Das würde ich mit dem Wort „Vibe“ beschreiben, wenn Sie verstehen? Es war ein sehr intensives Studiererlebnis, etwas entrückt aus dem Alltag, herausgehoben aus der Stadt. Es ging aus dem Trubel hinein in eine Sphäre der Reflexion und der konzentrierten Arbeit mit Literatur. Das kann ich jedem nur weiterempfehlen!
