Interview

FOTO: NAG­SHI

Johannes Holzenkämpfer

ist Jahr­gang 1998, arbei­tet für die Erz­diö­ze­se Salz­burg und schrieb einen Teil sei­ner Bache­lor­ar­beit im Kapu­zi­ner­klos­ter in Salzburg. 

19. Juni 2026

Angebot für Studierende: „Aus dem Trubel in die Reflexion“

In eini­gen Klös­tern der Kapu­zi­ner ist es für Stu­die­ren­de mög­lich, Tage im Klos­ter zu ver­brin­gen. Wie er sei­nen Auf­ent­halt im Pro­gramm „Stu­dy and Pray“ im Kapu­zi­ner­klos­ter Salz­burg emp­fun­den hat, berich­tet Johan­nes Holzenkämpfer. 

Wie sind Sie auf „Stu­dy and Pray“ gekommen?

Ich war das ers­te Mal 2018 in Salz­burg, um ein paar Tage eine Aus­zeit zu machen. Daher kann­te ich das Kapu­zi­ner­klos­ter als Ort des geist­li­chen Rück­zugs schon län­ger. Seit ich in Salz­burg woh­ne, habe ich immer wie­der losen Kon­takt gehal­ten. Durch mei­ne Arbeit im diö­ze­sa­nen Kon­text und in der Loret­to-Gemein­schaft bin ich mit zwei Brü­dern aus dem Klos­ter in Kon­takt gekom­men. Schluss­end­lich gab Fol­gen­des den Aus­schlag: Als ich gemerkt habe, dass das Fens­ter zum Anfer­ti­gen mei­ner Bache­lor­ar­beit immer klei­ner wird, muss­te ich von den all­täg­li­chen Auf­ga­ben und Ablen­kun­gen Abstand gewin­nen. Dazu war der Wech­sel mei­nes Umfel­des sehr hilf­reich. Mir kam die wun­der­schö­ne Biblio­thek des Kapu­zi­ner­klos­ters in den Sinn. So habe ich Kon­takt auf­ge­nom­men, ange­fragt und schon ging es los.

Was woll­ten Sie kon­kret erle­di­gen in die­ser Zeit?

Es ging um den Abschluss mei­ner Bache­lor­ar­beit, was sowohl Recher­che als auch Schreib­ar­beit beinhal­tet. Ich hat­te Bedarf nach einem Ort, an dem ich unge­stört arbei­ten kann. Zugleich brauch­te ich ein gewis­ses Maß an Tages­struk­tur und der Mög­lich­keit, ein­fach an theo­lo­gi­sche Basis­li­te­ra­tur zu kom­men. Das pass­te also wunderbar!

Was stu­die­ren Sie?

Zu der Zeit war ich im Abschluss mei­nes 4C-Bache­lors „Chris­ti­an Cul­tu­re, Chan­ge and Com­mu­ni­ca­ti­on“. Das ist eine unge­wöhn­li­che, aber sehr span­nen­de und frucht­ba­re Kom­bi­na­ti­on aus Theo­lo­gie, BWL und Kommunikationswissenschaft.

Wel­ches Ziel hat­ten Sie sich für die Tage im Klos­ter gesetzt?

Ganz klar: die Bache­lor­ar­beit fer­tig schrei­ben! Kon­kret ging es noch um cir­ca 40 Sei­ten – inner­halb einer Woche.

Wie waren Sie unter­ge­bracht gewesen?

Es gibt ja die Mög­lich­keit, vor Ort im Klos­ter zu über­nach­ten. Das habe ich in mei­nem Fall nicht genutzt, son­dern in mei­ner Wohn­ge­mein­schaft in Salz­burg gelebt. Den Tag habe ich aber kom­plett im Klos­ter ver­bracht, auch bei Mahl­zei­ten und Gebet. Ich wür­de fast sagen: In die­ser Woche habe ich qua­si in der Biblio­thek gewohnt (lacht).

Konn­ten Sie gut arbeiten?

Her­vor­ra­gend. Ein Arbeits­platz mit Blick auf die Fes­tung und die Ber­ge. Schön hell, ein­fach wunderbar.

Kamen Sie in Kon­takt mit den Brü­dern, und wie haben Sie den empfunden?

Ja, das war immer wie­der der Fall. Mal ging es um ganz prak­ti­sche Din­ge, aber wir sind auch ins Gespräch über mei­ne Bache­lor­ar­beits­the­men gekom­men. Die­ser Aus­tausch war sehr anre­gend und durch­weg nett und wertschätzend.

Das Ange­bot heißt ja „Stu­dy and Pray“. Wie war das mit dem Beten?

Super! Ich ken­ne das Stun­den­ge­bet aus Semi­nars­zei­ten und lie­be die Form sehr. Das Mit­be­ten wur­de mir erleich­tert, dadurch dass ich nichts vor­be­ten muss­te oder Ähn­li­ches. In der Gemein­schaft mit den Brü­dern zu beten, das war eine wirk­lich gute Erfahrung.

Was war Ihr High­light die­ser Tage im Kloster?

Das wür­de ich mit dem Wort „Vibe“ beschrei­ben, wenn Sie ver­ste­hen? Es war ein sehr inten­si­ves Stu­dier­er­leb­nis, etwas ent­rückt aus dem All­tag, her­aus­ge­ho­ben aus der Stadt. Es ging aus dem Tru­bel hin­ein in eine Sphä­re der Refle­xi­on und der kon­zen­trier­ten Arbeit mit Lite­ra­tur. Das kann ich jedem nur weiterempfehlen!

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