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9. Dezem­ber 2025

Aufarbeitung: Fokus auf Betroffene und Prävention

Die Kapu­zi­ner neh­men ihre Ver­ant­wor­tung im Zuge der Auf­ar­bei­tung der Miss­brauchs­fäl­le ernst. Im Fokus ste­hen die Betrof­fe­nen und eine kon­se­quen­te Präventionsarbeit.

In der aktu­el­len Stu­die des Bis­tums Pas­sau zum The­ma Miss­brauch ist wie­der ein­mal deut­lich gewor­den: Der Schutz der Insti­tu­ti­on Kir­che ist über Jahr­zehn­te von den Ver­ant­wort­li­chen über das Wohl der Betrof­fe­nen gestellt wor­den. Durch Miss­ach­tung des Leids und eine Kul­tur des Schwei­gens haben auch die Kapu­zi­ner Schuld auf sich gela­den. „Wir bli­cken mit Ent­set­zen und Scham auf das unsäg­li­che Leid und bit­ten die Betrof­fe­nen um Ent­schul­di­gung“, sagt Br. Hel­mut Rakow­ski, Pro­vin­zi­al­mi­nis­ter der Deut­schen Kapuzinerprovinz.

Der Orden hat die ihn betref­fen­den Fäl­le im Pas­sau­er Bericht bereits auf­ge­ar­bei­tet. Die Kapu­zi­ner haben aktiv auf Lei­tungs­ebe­ne der Unter­su­chung in Pas­sau zuge­ar­bei­tet und dem For­schungs­team sei­ne vor­han­de­nen Unter­la­gen zur Ver­fü­gung gestellt. Im in der Stu­die erwähn­ten Fall Nor­bert Weber haben die Kapu­zi­ner im Jahr 2021 gemein­sam mit der Diö­ze­se Pas­sau den Miss­brauchs­tä­ter öffent­lich benannt und nach wei­te­ren Betrof­fe­nen gesucht. 

Im Jahr 2011 hat der Kapu­zi­ner­or­den eine sys­te­ma­ti­sche Auf­ar­bei­tung der Miss­brauchs­fäl­le für das gesam­te deut­sche Pro­vinz­ge­biet in Auf­trag gege­ben und ein Gut­ach­ten erstel­len las­sen. Die Kern­aus­sa­gen die­ser Stu­die sind auf der Inter­net-Sei­te des Ordens veröffentlicht.

„Wir als Orden haben in den Fol­ge­jah­ren die Kri­tik und Anre­gun­gen die­ses Gut­ach­tens umge­setzt und Inter­ven­ti­ons­pro­zes­se sowie Prä­ven­ti­ons­struk­tu­ren erar­bei­tet. Dabei rich­ten wir den Blick vor allem auf die Betrof­fe­nen des Miss­brauchs. Nie wie­der darf das Anse­hen der Insti­tu­ti­on über das Leid des Ein­zel­nen gestellt wer­den“, sagt Br. Hel­mut Rakowski.

Die Deut­sche Kapu­zi­ner­pro­vinz hat alle von der Deut­schen Bischofs­kon­fe­renz erlas­se­nen und von der Deut­schen Ordens­obe­ren­kon­fe­renz für ihren Anwen­dungs­be­reich adap­tier­ten Leit­li­ni­en über­nom­men und zur Anwen­dung in der eige­nen Ordens­pro­vinz beschlos­sen. Zu die­sen Leit­li­ni­en gehört auch das Ver­fah­ren zur Aner­ken­nung des Leids im Ordens­be­reich. „Wir ermu­ti­gen Betrof­fe­ne von Über­grif­fen und Miss­brauch durch Ordens­mit­glie­der, sich bei den orden­s­exter­nen Ansprech­per­so­nen zu mel­den“, sagt Bru­der Helmut.

Ein­her ging die Auf­ar­bei­tung mit Prä­ven­ti­ons­maß­nah­men im Orden. Es gilt die Prä­ven­ti­ons­rah­men­ord­nung der Bischofs­kon­fe­renz, die unter ande­rem einen Ver­hal­tens­ko­dex ent­hält und regel­mä­ßi­ge, ver­pflich­ten­de Schu­lun­gen vor­sieht. „Uns ist es ernst mit Prä­ven­ti­on und Auf­ar­bei­tung“, bekräf­tigt Br. Mari­nus Par­zin­ger, Prä­ven­ti­ons­be­auf­trag­ter und gewähl­tes Mit­glied des Pro­vinz­ra­tes. „Wie wir Kapu­zi­ner uns in der Ver­gan­gen­heit ver­hal­ten haben, das war falsch. Dar­aus haben wir Schlüs­se gezo­gen. Wir arbei­ten dar­an, uns mit kla­rer Hal­tung, trans­pa­ren­ten Pro­zes­sen und dem glaub­wür­di­gen Fokus auf die Betrof­fe­nen das Ver­trau­en wie­der zu erar­bei­ten.“ Mehr zum The­ma Prä­ven­ti­on, Miss­brauch und Grenz­über­schrei­tun­gen lesen Sie in einem aktu­el­len Inter­view mit Br. Mari­nus

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