
FOTO: KAPUZINER
BR. EDWIN HORNUNG
1930–2025
Br. Edwin Hornung in München gestorben
Der Kapuziner und Priester Edwin Hornung ist am 14. August 2025 in München-Nymphenburg verstorben. Der Ordensmann lebte unter anderem in den Klöstern Eichstätt, München und Altötting.
Br. Edwin wurde am 31. Januar 1930 in Hausen bei Dillingen an der Donau als 5. Kind der Eheleute Xaver und Maria Hornung geboren. Vier weitere Geschwister sollten danach folgen. Edwin wuchs in dieser Großfamilie, die eine Landwirtschaft betrieb, wohl behütet auf. Er besuchte das Gymnasium in Dillingen, von dem er im Juli 1949 mit dem Abitur in der Tasche abging. Zwei Monate drauf starb die Mutter, ein herber Verlust für die Familie.
Edwin trat am 7. September 1949 in Laufen in den Kapuzinerorden ein. Nach Beendigung des Noviziates ging es zum Studium der Theologie und Philosophie nach Eichstätt. Für immer band er sich am 8. September 1953 mit der ewigen Profess an den Kapuzinerorden und wurde zwei Jahre später am 29. Juni 1955 vom Eichstätter Bischof Joseph Martin Schröffer zum Priester geweiht.
Im darauffolgenden Jahr kam er zunächst für zwei Monate nach Maria Buchen als Wallfahrtsseelsorger, sodann mit der gleichen Aufgabe betraut im August 1956 nach Maria Hilf ob Passau. Eine erste größere Aufgabe wurde ihm zuteil mit der Ernennung zum Seminarpräfekten in Burghausen. Dieses Amt versah er gewissenhaft vom November 1958 an, bis er 1964 nach Immenstadt als Religionslehrer an der dortigen Mittelschule für Knaben versetzt wurde. Eine weitere Station seines Wirkens war die Pfarrei St. Joseph in München, in der er ab 1969 mitarbeitete. In der Pfarrpastoral ward damals die Idee der Hausmission aktuell und Br. Edwin besuchte wohl organisiert akribisch die Gemeindemitglieder zu Hause. In unzählbaren Hausbesuchen stand er den Menschen mit Rat und Tat bei und lernte so schnell auch viele Menschen der Pfarrei persönlich kennen.
Im September 1982 ging es als Kurat nach München-Nymphenburg als Krankenhaus- und Schwesternseelsorger. Dort gestaltete er u.a. – mit neuester Technik ausgestattet – tägliche Andachtsstunden, die über das Radio in die Krankenzimmer übertragen und aufgenommen wurden. Sechszehn Jahre war er dort treu in diesen Diensten und stand den kranken Menschen und den Schwestern hilfsbereit bei, zahlreiche neugeborene Kinder wurden von ihm, wie damals üblich, im Krankenhaus getauft.
Im Jahre 1998 wurde er in das Kapuzinerkloster Eichstätt versetzt. Dort nahm er u.a. ebenfalls die Tätigkeit als Krankenhausseelsorger im benachbarten Krankenhaus wahr. Im Zuge der Auflösung des Klosters Eichstätt ging er 2009 nach Altötting St. Magdalena. Bereits beeinträchtigt durch ein zunehmendes Augenleiden, war er dort ein viel besuchter, geschätzter, verständiger und gütiger Beichtvater für die vielen Pilger.
Infolge seines Augenleidens, das zu einer völligen Erblindung führte, musste er im April 2014 auf die Pflegestation in München-Nymphenburg umziehen. Rasch gewöhnte er sich dort ein und wurde von allen wegen seiner freundlichen und gütigen Art geschätzt. Vielen Schwestern war er durch seine vormalige Tätigkeit hier bekannt. Sein Zimmer hatte er, obwohl blind, rasch ausgekundschaftet und er konnte sich lange Zeit ohne Hilfe in seinem Zimmer zielsicher bewegen. Immer wieder bekundete er, dass seine Aufgabe nun das Beten sei. Unermüdlich war er so ein treuer Beter in den Anliegen des Ordens, der Schwesterngemeinschaft und der Weltkirche bis zu seinem Sterbetag. Da bekundete er nach dem Frühstück dem Pflegepersonal ein Unwohlsein. Er begab sich zu Bett, den Rosenkranz fest umschlossen in der Hand und als man ihn zum Mittagessen holen wollte, hatte ihn Bruder Tod bereits friedlich hinübergeführt in ein neues Leben bei Christus, dem er allein dienen wollte, um den Menschen die Güte und Barmherzigkeit Gottes nahe zu bringen.
Br. Edwin war ein außergewöhnlich gütiger und freundlicher Mensch. Weil er selbst wusste, wie schwer manchmal auch das Leben zu ertragen ist, konnte er aus seinem tiefen Glauben heraus verständnisvoll und gütig seinen Mitmenschen begegnen in der Gewissheit, dass ein barmherziger Gott allein die Herzen der Menschen bis ins Innerste kennt. Sehr gewissenhaft und genau gestaltete er sein Leben und nie hätte man auch nur ein Wort der Klage oder des Missmutes von ihm gehört, zu dem er ob seiner am Ende totalen Erblindung allen Grund gehabt hätte. Auf die Frage, wie es ihm ginge, antwortete er stets mit dem Satz: „Ich bin zufrieden!“ Mit äußerster Disziplin ertrug er geduldig sein Lebensschicksal und widerstand mit aller inneren Anstrengung bewusst jedem Anflug von depressiven und ihn ängstigenden Gemütsregungen. Dies gelang ihm durch ein inniges Gottvertrauen, das er trotz aller Fragen und allem Anflug von Zweifeln nie verloren hat. Seine von ihm komponierten Gedichte, die er selbst als Blinder noch verfasste, geben davon ein sprechendes Zeugnis. Mit Freude und mit einem gewissen Stolz durfte er erleben, dass seine Gedichte und Gebete 2021 durch das umsichtige Mühen seines Mitbruders Br. Norbert Schlenker (+2024) als Büchlein veröffentlicht werden konnten.
In einem dieser Gedichte mit dem Titel „Des Lebens Sinn“ heißt es:
„Siehst du auch die Tage eilen, lasse Gott nur sorgen; alle eilen zu ihm hin, sind bei ihm geborgen. Gott wird deine Mühe lohnen, darfst für immer bei ihm wohnen. Er wird all dein Sehnen stillen und dein Herz mit Glück erfüllen.“
Diese von Edwin verfassten Worte, sind nun für ihn – so dürfen wir es hoffen – in Erfüllung gegangen und dankbar für sein Lebens- und Glaubenszeugnis möge Gott nun all sein Sehnen stillen und sein Herz mit ewigem Glück erfüllen. Br. Edwin Hornung wurde auf dem Kapuzinerfriedhof in Altötting begraben.
