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20. August 2025

Br. Edwin Hornung in München gestorben

Der Kapu­zi­ner und Pries­ter Edwin Hor­nung ist am 14. August 2025 in Mün­chen-Nym­phen­burg ver­stor­ben. Der Ordens­mann leb­te unter ande­rem in den Klös­tern Eich­stätt, Mün­chen und Altötting. 

Br. Edwin wur­de am 31. Janu­ar 1930 in Hau­sen bei Dil­lin­gen an der Donau als 5. Kind der Ehe­leu­te Xaver und Maria Hor­nung gebo­ren. Vier wei­te­re Geschwis­ter soll­ten danach fol­gen. Edwin wuchs in die­ser Groß­fa­mi­lie, die eine Land­wirt­schaft betrieb, wohl behü­tet auf. Er besuch­te das Gym­na­si­um in Dil­lin­gen, von dem er im Juli 1949 mit dem Abitur in der Tasche abging. Zwei Mona­te drauf starb die Mut­ter, ein her­ber Ver­lust für die Familie.

Edwin trat am 7. Sep­tem­ber 1949 in Lau­fen in den Kapu­zi­ner­or­den ein. Nach Been­di­gung des Novi­zia­tes ging es zum Stu­di­um der Theo­lo­gie und Phi­lo­so­phie nach Eich­stätt. Für immer band er sich am 8. Sep­tem­ber 1953 mit der ewi­gen Pro­fess an den Kapu­zi­ner­or­den und wur­de zwei Jah­re spä­ter am 29. Juni 1955 vom Eich­stät­ter Bischof Joseph Mar­tin Schröf­fer zum Pries­ter geweiht.

Im dar­auf­fol­gen­den Jahr kam er zunächst für zwei Mona­te nach Maria Buchen als Wall­fahrts­seel­sor­ger, sodann mit der glei­chen Auf­ga­be betraut im August 1956 nach Maria Hilf ob Pas­sau. Eine ers­te grö­ße­re Auf­ga­be wur­de ihm zuteil mit der Ernen­nung zum Semi­nar­prä­fek­ten in Burg­hau­sen. Die­ses Amt ver­sah er gewis­sen­haft vom Novem­ber 1958 an, bis er 1964 nach Immenstadt als Reli­gi­ons­leh­rer an der dor­ti­gen Mit­tel­schu­le für Kna­ben ver­setzt wur­de. Eine wei­te­re Sta­ti­on sei­nes Wir­kens war die Pfar­rei St. Joseph in Mün­chen, in der er ab 1969 mit­ar­bei­te­te. In der Pfarr­pas­to­ral ward damals die Idee der Haus­mis­si­on aktu­ell und Br. Edwin besuch­te wohl orga­ni­siert akri­bisch die Gemein­de­mit­glie­der zu Hau­se. In unzähl­ba­ren Haus­be­su­chen stand er den Men­schen mit Rat und Tat bei und lern­te so schnell auch vie­le Men­schen der Pfar­rei per­sön­lich kennen.

Im Sep­tem­ber 1982 ging es als Kurat nach Mün­chen-Nym­phen­burg als Kran­ken­haus- und Schwes­tern­seel­sor­ger. Dort gestal­te­te er u.a. – mit neu­es­ter Tech­nik aus­ge­stat­tet – täg­li­che Andachts­stun­den, die über das Radio in die Kran­ken­zim­mer über­tra­gen und auf­ge­nom­men wur­den. Sechs­zehn Jah­re war er dort treu in die­sen Diens­ten und stand den kran­ken Men­schen und den Schwes­tern hilfs­be­reit bei, zahl­rei­che neu­ge­bo­re­ne Kin­der wur­den von ihm, wie damals üblich, im Kran­ken­haus getauft.

Im Jah­re 1998 wur­de er in das Kapu­zi­ner­klos­ter Eich­stätt ver­setzt. Dort nahm er u.a. eben­falls die Tätig­keit als Kran­ken­haus­seel­sor­ger im benach­bar­ten Kran­ken­haus wahr. Im Zuge der Auf­lö­sung des Klos­ters Eich­stätt ging er 2009 nach Alt­öt­ting St. Mag­da­le­na. Bereits beein­träch­tigt durch ein zuneh­men­des Augen­lei­den, war er dort ein viel besuch­ter, geschätz­ter, ver­stän­di­ger und güti­ger Beicht­va­ter für die vie­len Pilger.

Infol­ge sei­nes Augen­lei­dens, das zu einer völ­li­gen Erblin­dung führ­te, muss­te er im April 2014 auf die Pfle­ge­sta­ti­on in Mün­chen-Nym­phen­burg umzie­hen. Rasch gewöhn­te er sich dort ein und wur­de von allen wegen sei­ner freund­li­chen und güti­gen Art geschätzt. Vie­len Schwes­tern war er durch sei­ne vor­ma­li­ge Tätig­keit hier bekannt. Sein Zim­mer hat­te er, obwohl blind, rasch aus­ge­kund­schaf­tet und er konn­te sich lan­ge Zeit ohne Hil­fe in sei­nem Zim­mer ziel­si­cher bewe­gen. Immer wie­der bekun­de­te er, dass sei­ne Auf­ga­be nun das Beten sei. Uner­müd­lich war er so ein treu­er Beter in den Anlie­gen des Ordens, der Schwes­tern­ge­mein­schaft und der Welt­kir­che bis zu sei­nem Ster­be­tag. Da bekun­de­te er nach dem Früh­stück dem Pfle­ge­per­so­nal ein Unwohl­sein. Er begab sich zu Bett, den Rosen­kranz fest umschlos­sen in der Hand und als man ihn zum Mit­tag­essen holen woll­te, hat­te ihn Bru­der Tod bereits fried­lich hin­über­ge­führt in ein neu­es Leben bei Chris­tus, dem er allein die­nen woll­te, um den Men­schen die Güte und Barm­her­zig­keit Got­tes nahe zu bringen.

Br. Edwin war ein außer­ge­wöhn­lich güti­ger und freund­li­cher Mensch. Weil er selbst wuss­te, wie schwer manch­mal auch das Leben zu ertra­gen ist, konn­te er aus sei­nem tie­fen Glau­ben her­aus ver­ständ­nis­voll und gütig sei­nen Mit­men­schen begeg­nen in der Gewiss­heit, dass ein barm­her­zi­ger Gott allein die Her­zen der Men­schen bis ins Inners­te kennt. Sehr gewis­sen­haft und genau gestal­te­te er sein Leben und nie hät­te man auch nur ein Wort der Kla­ge oder des Miss­mu­tes von ihm gehört, zu dem er ob sei­ner am Ende tota­len Erblin­dung allen Grund gehabt hät­te. Auf die Fra­ge, wie es ihm gin­ge, ant­wor­te­te er stets mit dem Satz: „Ich bin zufrie­den!“ Mit äußers­ter Dis­zi­plin ertrug er gedul­dig sein Lebens­schick­sal und wider­stand mit aller inne­ren Anstren­gung bewusst jedem Anflug von depres­si­ven und ihn ängs­ti­gen­den Gemüts­re­gun­gen. Dies gelang ihm durch ein inni­ges Gott­ver­trau­en, das er trotz aller Fra­gen und allem Anflug von Zwei­feln nie ver­lo­ren hat. Sei­ne von ihm kom­po­nier­ten Gedich­te, die er selbst als Blin­der noch ver­fass­te, geben davon ein spre­chen­des Zeug­nis. Mit Freu­de und mit einem gewis­sen Stolz durf­te er erle­ben, dass sei­ne Gedich­te und Gebe­te 2021 durch das umsich­ti­ge Mühen sei­nes Mit­bru­ders Br. Nor­bert Schlen­ker (+2024) als Büch­lein ver­öf­fent­licht wer­den konnten.

In einem die­ser Gedich­te mit dem Titel „Des Lebens Sinn“ heißt es:
„Siehst du auch die Tage eilen, las­se Gott nur sor­gen; alle eilen zu ihm hin, sind bei ihm gebor­gen. Gott wird dei­ne Mühe loh­nen, darfst für immer bei ihm woh­nen. Er wird all dein Seh­nen stil­len und dein Herz mit Glück erfüllen.“

Die­se von Edwin ver­fass­ten Wor­te, sind nun für ihn – so dür­fen wir es hof­fen – in Erfül­lung gegan­gen und dank­bar für sein Lebens- und Glau­bens­zeug­nis möge Gott nun all sein Seh­nen stil­len und sein Herz mit ewi­gem Glück erfül­len. Br. Edwin Hor­nung wur­de auf dem Kapu­zi­ner­fried­hof in Alt­öt­ting begraben. 

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