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10. Sep­tem­ber 2025

Br. Siegfried Huber in München gestorben

Am 1. Sep­tem­ber ist Br. Sieg­fried Huber in Mün­chen-Nym­phen­burg ver­stor­ben. Der Kapu­zi­ner und Pries­ter wur­de 1934 gebo­ren und leb­te unter ande­rem in den Klös­tern in Mün­chen und Altötting.

Br. Sieg­fried wur­de am 18. Okto­ber 1934 als ers­tes Kind der Ehe­leu­te Lud­wig und Mat­hil­de Huber in Resch am Holz, Gemein­de Hals­bach gebo­ren. Wie sein Vater erhielt er bei der Tau­fe den Namen Lud­wig. Mit sei­nen sie­ben noch fol­gen­den Geschwis­tern wuchs er im beschau­li­chen Hals­bach auf, schon früh ver­traut mit dem Milch­fuhr­un­ter­neh­men, das sein Vater betrieb.

Nach dem Besuch der Grund­schu­le kam er in das Kapu­zi­ner­se­mi­nar Burg­hau­sen als Semi­na­rist, wo lang­sam und unter Rin­gen, wie er bekun­de­te, der Ent­schluss reif­te, Kapu­zi­ner zu wer­den. „Will Gott das wirk­lich?“, so frag­te er sich damals, „das kann er doch nicht von mir ver­lan­gen, aber ich kann ja Gott nicht ein­fach einen Korb geben, also wenn Gott das will, dann mache ich das auch, dann kann es schon nicht so ver­kehrt sein“, so sag­te er sich ermu­ti­gend als jun­ger Abitu­ri­ent und so trat er am 29. August 1956 in Lau­fen in den Kapu­zi­ner­or­den ein.

Mit der fei­er­li­chen Pro­fess am 30. August 1960 ver­sprach er sei­ne ewi­ge Bin­dung an den Kapu­zi­ner­or­den und wur­de am 29. Juni 1962 in Eich­stätt zum Pries­ter geweiht. Nach Been­di­gung der pas­to­ra­len Aus­bil­dung kam er 1964 zunächst als Semi­nar­prä­fekt nach Regens­burg, danach in glei­cher Funk­ti­on von 1966 bis 1970 ins Kapu­zi­ner­se­mi­nar nach Burg­hau­sen. Als Prä­fekt der jun­gen Semi­na­ris­ten war es ihm schon damals ein Anlie­gen, mit den jun­gen Buben etwas gemein­sam zu machen, um sie von der Freu­de des Glau­bens begeis­tern zu kön­nen. Den Zugang fand er in der Freu­de an der Musik und am Musi­zie­ren, was ihn Zeit sei­nes Lebens beglei­ten sollte.

Im Sep­tem­ber 1970 hieß es für ihn dann nach Mün­chen, St. Joseph, als Kaplan zu gehen. Zuerst mit gemisch­ten Gefüh­len: er als Kind vom Land in einer Groß­stadt. Gan­ze 19 Jah­re war er dort Kaplan, so lan­ge wie kei­ner je vor und nach ihm. In die­ser Auf­ga­be ging er ganz und gar auf. Er grün­de­te zuerst einen Kin­der­chor, aus dem spä­ter ein Jugend­chor mit Band wur­de, der weit über die Stadt Mün­chen hin­aus bekannt wur­de und sehr gefragt war. Zahl­rei­che Got­tes­diens­te, Andach­ten und Auf­trit­te selbst auf Cam­ping­plät­zen bis hin nach Kärn­ten waren die Fol­ge. Zur moder­nen rhyth­mi­schen Kir­chen­mu­sik für jun­ge Leu­te kamen eben­so bay­ri­sche Volks- und Stu­ben­mu­sik ins Reper­toire. Ver­öffent­lich­te Musik­pro­duk­tio­nen kamen zunächst in Form von Schall­plat­ten und Musik­kas­set­ten, dann als CD auf den Markt, wovon er gut 40.000 Stück ver­kau­fen konn­ten. Der Erlös ging an sozia­le Zwecke.

Im Jah­re 1989 wur­de er dann als Wall­fahrts­seel­sor­ger nach Alt­öt­ting ver­setzt, wo sei­ne zwei­te gro­ße Schaffens­zeit sich ankün­dig­te. Wei­ter­hin mit sei­ner Musik und sei­nem Gesang die Men­schen begeis­ternd, wur­de unter sei­ner Regie als Kus­tos der Wall­fahrt das Jugend­über­nach­tungs­haus in St. Mag­da­le­na in Betrieb genom­men. Den Men­schen zuge­wandt traf man ihn auf dem Kapell­platz, um mit den Men­schen in Kon­takt zu kommen.

Im Juni 1998 hieß es erneut Abschied von Alt­öt­ting zu neh­men. Aus­ge­zeich­net mit dem Ehren­ring der Stadt Alt­öt­ting ging es erneut nach Mün­chen, um nun­mehr als Pfar­rer von St. Joseph den Men­schen zu die­nen, wo er freu­dig wie­der begrüßt wur­de. „Haben Sie ein Arbeits­kon­zept für Ihre neue Auf­ga­be?“, so wur­de er gefragt. Sei­ne Ant­wort, die bereits eigent­lich alles über ihn sagt, war die­se: „Wich­tig ist, dass ein Seel­sor­ger sei­ne Gemein­de und die Men­schen liebt und das im täg­li­chen Umgang mit ihnen auch bezeugt. Dann ist die Arbeit kein Stress, son­dern Freu­de.“ Die­se Freu­de am Leben leb­te er mit sei­ner Gemein­de, die er auf ganz viel­fäl­ti­ge Wei­se in zahl­rei­chen Initia­ti­ven verwirklichte.

Eine begin­nen­de Par­kin­son­er­kran­kung hat­te zur Fol­ge, dass er 2009 sei­nen Dienst als Pfar­rer auf­ge­ben muss­te und er kehr­te nach Alt­öt­ting zurück, wo er wei­ter­hin als Wall­fahrts­seel­sor­ger fun­gier­te und er 2012 sein gol­de­nes Pries­ter­ju­bi­lä­um in gro­ßer fröh­li­cher Run­de fei­ern konn­te. Die Ver­schlech­te­rung sei­nes gesund­heit­li­chen Zustan­des brach­te es mit sich, dass er sich Ende 2014 ent­schied, auf die Pfle­ge­sta­ti­on ins Klos­ter nach Müns­ter zu zie­hen. Soweit es sei­ne Gesund­heit erlaub­te, war er auch dort noch im Beicht­sprech­zim­mer tätig und nahm rege am Kon­vents­le­ben teil. Durch die Auflö­sung der dor­ti­gen Pfle­ge­sta­ti­on kam er am 10. Mai 2022 nach Mün­chen Nym­phen­burg, wo er sich rasch wie­der ein­ge­wöhn­te und lie­be­voll bis zum Schluss gepflegt wur­de. Er freu­te sich über jeden Besuch aus sei­nem wei­ten Fami­li­en- und Bekann­ten­kreis, den es hier gab.

Br. Sieg­fried war den Men­schen in Freu­de und Lie­be zuge­wandt. Durch sei­ne humor­vol­le, leut­se­li­ge Art, sein musi­ka­li­sches Talent und sein gro­ßes, offe­nes Herz für die Nöte und Sor­gen der Men­schen, konn­te er vie­le Men­schen begeis­tern, ermu­ti­gen und erfreu­en, bis zu sei­nem Ende. Er konn­te gut und schnell Kon­takt zu Men­schen auf­neh­men, so dass ein jeder mer­ken konn­te: Hier ist ein Seel­sor­ger, der ist wie Du und Ich, ein Mensch, der die Men­schen liebt und ger­ne mit ihnen den Weg teilt. So leb­te er sei­nen Glau­ben und sein tie­fes Ver­trau­en an den geheim­nis­vol­len Gott und gab von ihm Zeug­nis. Sein Leben war geprägt vom Psalm 150: „Lobt Gott mit Har­fe und Zither, lobt ihn mit Pau­ken und Tanz, lobt ihn mit Flö­ten und Sai­ten­spiel! Alles, was atmet, lobe den Herrn.“

Br. Sieg­fried Huber wur­de auf dem Kapu­zi­ner­fried­hof an der Basi­li­ka in Alt­öt­ting begraben. 

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