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27. Juli 2026

Br. Wolfgang Eggerbauer gestorben

Am 27. Juli ver­starb der Kapu­zi­ner und Pries­ter Br. Wolf­gang Egger­bau­er in Wer­ne. Sein Lebens­weg voll­ende­te sich im 88. Lebens‑, 65. Ordens- und 61. Priesterjahr. 

Br. Wolf­gang (Josef) Egger­bau­er wur­de am 7. März 1938 in Aich, Gemein­de Boden­kir­chen, als drit­tes Kind der Ehe­leu­te Sebas­ti­an und Anna Egger­bau­er gebo­ren. Er wur­de auf den Namen Josef getauft. In der Fami­lie wuchs er mit zwei älte­ren Schwes­tern und einem jün­ge­ren Bru­der auf. Zeit sei­nes Lebens hielt er den Kon­takt zu sei­ner Fami­lie, war bei Fami­li­en­fes­ten zuge­gen, ver­brach­te einen Teil des Urlaubs daheim oder schau­te auf dem Weg nach Alt­öt­ting besuchs­wei­se vorbei.

Nach der Grund­schu­le wech­sel­te er ins Kapu­zi­ner­in­ter­nat nach Burg­hau­sen. Auf dem Weg zum Abitur kam er nach Dil­lin­gen und schließ­lich nach Bre­genz, wo er 1959 mit dem Abitur abschloss. Am 11. Sep­tem­ber des glei­chen Jah­res wur­de er in Lau­fen ins Novi­zi­at auf­ge­nom­men. Schon in jun­gen Jah­ren hat­te er den Gedan­ken, dass er Pries­ter bei den Kapu­zi­nern wer­de kön­ne. Ver­mut­lich hat das Vor­bild sei­nes Kapu­zi­ner-Onkels Bern­har­din (+2009) sei­ne Ent­schei­dung posi­tiv beeinflusst.

Nach der zeit­li­chen Pro­fess am 12. Sep­tem­ber 1960 begann er das Stu­di­um an der Phi­lo­so­phisch-Theo­lo­gi­schen Hoch­schu­le in Eich­stätt. Dort band er sich drei Jah­re spä­ter in der Ewi­gen Pro­fess an den Orden. Am 24. Mai 1964 wur­de er zum Dia­kon geweiht. Und ein Jahr spä­ter, am 29. Juni 1965, emp­fing er zusam­men mit drei wei­te­ren Kapu­zi­nern die Pries­ter­wei­he durch Bischof Joseph Schröf­fer. Als jun­ger Seel­sor­ger erleb­te er die Auf­bruchs­zeit nach dem Konzil.

Sein Weg als Seel­sor­ger begann in Mün­chen, wo er auch die meis­te Zeit sei­nes Kapu­zinerle­bens in der Pfarr­seel­sor­ge ein­ge­setzt war. Als Kaplan war er ab 1966 für vier Jah­re in der Pfar­rei St. Anton ein­ge­setzt. 1968 wur­de er zum Deka­nats­ju­gend­seel­sor­ger für das Deka­nat Mün­chen-Mit­te beru­fen. 1970 wech­sel­te er als Kaplan in die Kapu­zi­ner­pfar­rei St. Joseph. In den 16 Jah­ren küm­mer­te er sich um Minis­tran­ten, um Jugend­frei­zei­ten, unter­rich­te­te an der Grund­schu­le und beglei­te­te die Kol­pings­fa­mi­lie. Ab 1974 war er gleich­zei­tig Deka­nats­ju­gend­seel­sor­ger für das Deka­nat Schwa­bing. Br. Wolf­gang war enorm unter­neh­mungs­lus­tig. Nichts war ihm zu viel, wenn es dar­um ging mit jun­gen Leu­ten unter­wegs zu sein. 

Im Kon­vent St. Joseph trug er für ins­ge­samt neun Jah­re die Ver­ant­wor­tung als Guar­di­an. 1986 wech­sel­te er für drei Jah­re nach Mün­chen Nym­phen­burg, wo er als 2. Kurat gebraucht wur­de. Dann ging es nach Coburg St. Mari­en, dort war er für wei­te­re drei Jah­re aber­mals Kaplan und Guar­di­an. Mit­te Okto­ber 1992 kehr­te er nach Mün­chen zurück. Damit begann sei­ne Zeit als Pfar­rer und Vikar im Kon­vent in Mün­chen St. Anton. Ein Jahr spä­ter wur­de er zum Dekan (Mün­chen-Mit­te) gewählt.

Br. Wolf­gang Egger­bau­er war Pfar­rer mit Leib und See­le. Die Gemein­de moch­te ihn, er kam mit Men­schen jeden Alters zurecht. Man merk­te ihm an, dass ihm die Men­schen wich­tig waren. Er hat­te sich für die Auf­ga­be als Seel­sor­ger ent­schie­den und war mit die­ser Ent­schei­dung immer glück­lich. 2002 wur­de er durch Fried­rich Kar­di­nal Wet­ter zum Geist­li­chen Rat ernannt.

In die­sem Jahr, 2022, hol­te ihn der Pro­vin­zi­al für zwei Jah­re als Pro­vinz­se­kre­tär und Guar­di­an nach Mün­chen St. Joseph. Von 2004 bis 2010 war er wie­der Pfar­rer in Mün­chen St. Anton und seit 2009 auch Admi­nis­tra­tor von St. Andre­as. Zugleich über­nahm er den Dienst des Guar­di­ans bzw. des Vikars für den Kon­vent. In die­sen Jah­ren erfolg­te die Umge­stal­tung der Klos­ter- und Pfar­rei­ge­bäu­de für die Nut­zung als Jour­na­lis­ten­schu­le, als Sitz des Pro­vin­zial­a­tes und der Pfarr­ver­wal­tung. Die­se Jah­re waren her­aus­for­dernd auf­grund meh­re­rer Rol­len, die Br. Wolf­gang zu erfül­len hatte.

Beim Pro­vinz­ka­pi­tel 2007 wähl­ten ihn die Brü­der zum Provinzrat.

In sei­ner Frei­zeit war der Kapu­zi­ner gern in der Natur, er wan­der­te und klet­ter­te in den Ber­gen. In spä­te­ren Jah­ren begeis­ter­te er sich fürs Rad­fah­ren. Im Novem­ber 2010 wur­de er nach Ingol­stadt geru­fen. Dort war er im Klos­ter als Vikar ein­ge­setzt und arbei­te­te in der Seel­sor­ge mit als Beicht­va­ter und auch in der Pal­lia­tiv­sta­ti­on. Sein gol­de­nes Pries­ter­ju­bi­lä­um fei­er­te er 2015 in Ingol­stadt. In letz­ten Jah­ren schränk­te ihn eine Demenz­er­kran­kung mehr und mehr ein. Im Juli 2022 zog er nach Wer­ne a. d. Lip­pe ins Alten­heim St. Katha­ri­na. Auch dort konn­te er sich – wie über­all zuvor – gut einfinden.

Am 27. Juli 2026 ging das erfüll­te Leben von Br. Wolf­gang zu Ende. Es war das Leben eines zuge­wand­ten Weg­be­glei­ters und ver­läss­li­chen Seel­sor­gers. Br. Wolf­gang hat sei­ne Beru­fung gelebt und setz­te sei­ne Talen­te zum Wohl der Brü­der­ge­mein­schaft ein. 

Am Don­ners­tag, 6. August 2026 um 14 Uhr fei­ern die Kapu­zi­ner das Requi­em in der Bru­der-Kon­rad­kir­che in Alt­öt­ting. Anschlie­ßend ist die Bei­set­zung auf dem Kapu­zi­ner­fried­hof neben der Basi­li­ka in Altötting.

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