
FOTO: LEMRICH/KAPUZINER
BR. WOLFGANG EGGERBAUER
1938–2026
Br. Wolfgang Eggerbauer gestorben
Am 27. Juli verstarb der Kapuziner und Priester Br. Wolfgang Eggerbauer in Werne. Sein Lebensweg vollendete sich im 88. Lebens‑, 65. Ordens- und 61. Priesterjahr.
Br. Wolfgang (Josef) Eggerbauer wurde am 7. März 1938 in Aich, Gemeinde Bodenkirchen, als drittes Kind der Eheleute Sebastian und Anna Eggerbauer geboren. Er wurde auf den Namen Josef getauft. In der Familie wuchs er mit zwei älteren Schwestern und einem jüngeren Bruder auf. Zeit seines Lebens hielt er den Kontakt zu seiner Familie, war bei Familienfesten zugegen, verbrachte einen Teil des Urlaubs daheim oder schaute auf dem Weg nach Altötting besuchsweise vorbei.
Nach der Grundschule wechselte er ins Kapuzinerinternat nach Burghausen. Auf dem Weg zum Abitur kam er nach Dillingen und schließlich nach Bregenz, wo er 1959 mit dem Abitur abschloss. Am 11. September des gleichen Jahres wurde er in Laufen ins Noviziat aufgenommen. Schon in jungen Jahren hatte er den Gedanken, dass er Priester bei den Kapuzinern werde könne. Vermutlich hat das Vorbild seines Kapuziner-Onkels Bernhardin (+2009) seine Entscheidung positiv beeinflusst.
Nach der zeitlichen Profess am 12. September 1960 begann er das Studium an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Eichstätt. Dort band er sich drei Jahre später in der Ewigen Profess an den Orden. Am 24. Mai 1964 wurde er zum Diakon geweiht. Und ein Jahr später, am 29. Juni 1965, empfing er zusammen mit drei weiteren Kapuzinern die Priesterweihe durch Bischof Joseph Schröffer. Als junger Seelsorger erlebte er die Aufbruchszeit nach dem Konzil.
Sein Weg als Seelsorger begann in München, wo er auch die meiste Zeit seines Kapuzinerlebens in der Pfarrseelsorge eingesetzt war. Als Kaplan war er ab 1966 für vier Jahre in der Pfarrei St. Anton eingesetzt. 1968 wurde er zum Dekanatsjugendseelsorger für das Dekanat München-Mitte berufen. 1970 wechselte er als Kaplan in die Kapuzinerpfarrei St. Joseph. In den 16 Jahren kümmerte er sich um Ministranten, um Jugendfreizeiten, unterrichtete an der Grundschule und begleitete die Kolpingsfamilie. Ab 1974 war er gleichzeitig Dekanatsjugendseelsorger für das Dekanat Schwabing. Br. Wolfgang war enorm unternehmungslustig. Nichts war ihm zu viel, wenn es darum ging mit jungen Leuten unterwegs zu sein.
Im Konvent St. Joseph trug er für insgesamt neun Jahre die Verantwortung als Guardian. 1986 wechselte er für drei Jahre nach München Nymphenburg, wo er als 2. Kurat gebraucht wurde. Dann ging es nach Coburg St. Marien, dort war er für weitere drei Jahre abermals Kaplan und Guardian. Mitte Oktober 1992 kehrte er nach München zurück. Damit begann seine Zeit als Pfarrer und Vikar im Konvent in München St. Anton. Ein Jahr später wurde er zum Dekan (München-Mitte) gewählt.
Br. Wolfgang Eggerbauer war Pfarrer mit Leib und Seele. Die Gemeinde mochte ihn, er kam mit Menschen jeden Alters zurecht. Man merkte ihm an, dass ihm die Menschen wichtig waren. Er hatte sich für die Aufgabe als Seelsorger entschieden und war mit dieser Entscheidung immer glücklich. 2002 wurde er durch Friedrich Kardinal Wetter zum Geistlichen Rat ernannt.
In diesem Jahr, 2022, holte ihn der Provinzial für zwei Jahre als Provinzsekretär und Guardian nach München St. Joseph. Von 2004 bis 2010 war er wieder Pfarrer in München St. Anton und seit 2009 auch Administrator von St. Andreas. Zugleich übernahm er den Dienst des Guardians bzw. des Vikars für den Konvent. In diesen Jahren erfolgte die Umgestaltung der Kloster- und Pfarreigebäude für die Nutzung als Journalistenschule, als Sitz des Provinzialates und der Pfarrverwaltung. Diese Jahre waren herausfordernd aufgrund mehrerer Rollen, die Br. Wolfgang zu erfüllen hatte.
Beim Provinzkapitel 2007 wählten ihn die Brüder zum Provinzrat.
In seiner Freizeit war der Kapuziner gern in der Natur, er wanderte und kletterte in den Bergen. In späteren Jahren begeisterte er sich fürs Radfahren. Im November 2010 wurde er nach Ingolstadt gerufen. Dort war er im Kloster als Vikar eingesetzt und arbeitete in der Seelsorge mit als Beichtvater und auch in der Palliativstation. Sein goldenes Priesterjubiläum feierte er 2015 in Ingolstadt. In letzten Jahren schränkte ihn eine Demenzerkrankung mehr und mehr ein. Im Juli 2022 zog er nach Werne a. d. Lippe ins Altenheim St. Katharina. Auch dort konnte er sich – wie überall zuvor – gut einfinden.
Am 27. Juli 2026 ging das erfüllte Leben von Br. Wolfgang zu Ende. Es war das Leben eines zugewandten Wegbegleiters und verlässlichen Seelsorgers. Br. Wolfgang hat seine Berufung gelebt und setzte seine Talente zum Wohl der Brüdergemeinschaft ein.
Am Donnerstag, 6. August 2026 um 14 Uhr feiern die Kapuziner das Requiem in der Bruder-Konradkirche in Altötting. Anschließend ist die Beisetzung auf dem Kapuzinerfriedhof neben der Basilika in Altötting.
