Standpunkte

FOTO: KAPUZINER/ANITA LEDERSBERGER

BR. MICHAEL WIES

lebt als Kapu­zi­ner in Alt­öt­ting. Dort unter­stützt er Arbeit des SLW Bay­ern als Vize-Präses.

5. August 2026

Demokratie braucht Orte der Begegnung

Unse­re Demo­kra­tie steht vor gro­ßen Her­aus­for­de­run­gen! Br. Micha­el Wies, Kapu­zi­ner in Alt­öt­ting, sagt in sei­nem Stand­punkt, war­um wir mehr offe­ne Räu­me für den Zusam­men­halt brauchen. 

Der Mensch ist auf Gemein­schaft ange­legt. Einen wich­ti­gen Rück­halt unse­rer Gesell­schaft bil­den Ver­ei­ne und Ver­bän­de. Gleich­zei­tig ver­än­dern sich die öffent­li­chen Debat­ten. Stu­di­en zei­gen, dass vie­le Men­schen ihre Mei­nung nicht mehr offen äußern, obwohl gera­de sie unse­re Gesell­schaft mitprägen.

In einer Zeit, in der vie­les ver­mark­tet und ver­wer­tet wird, brau­chen wir zweck­freie Räu­me der Begeg­nung. Orte, an denen Men­schen zusam­men­kom­men, mit­ein­an­der ins Gespräch kom­men und Gemein­schaft erle­ben können.

Ech­te Orte für Begeg­nung und Austausch!

Die Welt ist unser Klos­ter, und wir Kapu­zi­ner tei­len unse­re Gaben und die uns anver­trau­ten Räu­me, um zu einer geschwis­ter­li­chen Welt bei­zu­tra­gen. Im Klos­ter­gar­ten St. Kon­rad gibt es eine Brü­cke über einen Bach. Dort gibt es einen Ort, der immer wie­der zu einem Raum der Begeg­nung wird.

Zahl­rei­che Ver­ei­ne und Ver­bän­de nut­zen die­se Infra­struk­tur für Som­mer­fes­te, Gesprä­che und gemein­schaft­li­che Begeg­nun­gen im Geist fran­zis­ka­ni­scher Gast­freund­schaft. Genau dar­um geht es: Räu­me zu öff­nen, die dem gesell­schaft­li­chen Zusam­men­halt dienen.

Ver­ei­ne, Ver­bän­de und Stif­tun­gen ver­die­nen unse­re Unter­stüt­zung. Sie stär­ken den Zusam­men­halt und för­dern das Mit­ein­an­der. Auch das ist ein klei­ner fran­zis­ka­ni­scher Bei­trag für unse­re Gesellschaft.

Neben­bei erfah­ren wir im Klos­ter, was unse­re Gäs­te im All­tag bewegt. Wir hören zu, ler­nen ande­re Per­spek­ti­ven ken­nen und bau­en Brü­cken zwi­schen Men­schen. Das ist ein klei­ner, aber wich­ti­ger Bei­trag für unse­re Demokratie.

Für mich zeigt das: Es lohnt sich, die Türen zu öff­nen und ande­re ein­zu­la­den. Davon pro­fi­tie­ren am Ende alle. Die Idee des gemein­sa­men Hau­ses und der uni­ver­sel­len Geschwis­ter­lich­keit gehört zum Kern fran­zis­ka­ni­schen Den­kens. Sie im All­tag kon­kret wer­den zu las­sen und immer wie­der neu mit Leben zu fül­len, bleibt unse­re gemein­sa­me Aufgabe.

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