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30. Dezem­ber 2025

Der Sonnengesang und das Gespür für das Wesentliche

Der Son­nen­ge­sang ist Welt­li­te­ra­tur. Br. Mari­nus Par­zin­ger, Kapu­zi­ner im baye­ri­schen Alt­öt­ting, sagt, war­um ihn der Text beein­druckt und berich­tet von einer Ver­bin­dung mit Bru­der Konrad. 

Der Son­nen­ge­sang des hei­li­gen Fran­zis­kus ist ein Text, der mich stau­nen lässt. Über Br. Franz, der von Krank­hei­ten geplagt es fer­tig­bringt, sei­nen Gott zu loben durch alle Geschöp­fe und dabei eine bewun­derns­wer­te Dank­bar­keit aus­strahlt. Der Text ent­stand in alt­ita­lie­ni­scher Spra­che im Win­ter 1224/25, als Fran­zis­kus krank in einer Hüt­te bei San Dami­a­no lag. Er ist Frucht am Abend sei­nes Lebens, sein Vermächtnis.

Der Son­nen­ge­sang zählt zur Welt­li­te­ra­tur, er ist Ant­wort des Pover­el­lo auf die Fra­ge nach Sinn, nach dem Wofür und Wozu in sei­nem Leben. Ich glau­be, dass jeder Mensch dar­auf eine Ant­wort braucht. Franz drück­te im Son­nen­ge­sang sei­ne Ehr­furcht, Dank­bar­keit und Lebens­freu­de aus. Tief­sin­nig-schön, ja poe­tisch, bezeugt er sei­nen Glau­ben. Gläu­big kann er selbst zu Krank­heit, Leid und Tod „Ja“ sagen. Franz von Assi­si leb­te ein beweg­tes Leben. Durch Begeg­nun­gen am Weg ist er der gewor­den, als der er ver­ehrt wird. Im Son­nen­ge­sang fin­den die­se Erfah­run­gen ihren Ausdruck.

Das Lob­lied der Krea­tu­ren wei­tet den Blick für die Schöp­fung, für Bezie­hun­gen und Ver­flech­tun­gen und einer wech­sel­sei­ti­gen Abhän­gig­keit und ruft zur Ver­ant­wor­tung. Der Son­nen­ge­sang lässt mich erschre­cken ange­sichts der Umwelt­zer­stö­rung und fort­schrei­ten­der Aus­beu­tung der natür­li­chen Ressourcen.

Papst Fran­zis­kus hebt sein Bei­spiel her­vor und argu­men­tiert in der Enzy­kli­ka Lau­da­to Si von ihm her.

Ich glau­be, dass Fran­zis­kus das Bei­spiel schlecht­hin für die Acht­sam­keit gegen­über dem Schwa­chen und für eine froh und authen­tisch geleb­te ganz­heit­li­che Öko­lo­gie ist. Er ist der hei­li­ge Patron all derer, die im Bereich der Öko­lo­gie for­schen und arbei­ten, und wird auch von vie­len Nicht­chris­ten geliebt. Er zeig­te eine beson­de­re Auf­merk­sam­keit gegen­über der Schöp­fung Got­tes und gegen­über den Ärms­ten und den Ein­sams­ten. Er lieb­te die Fröh­lich­keit und war wegen sei­nes Froh­sinns, sei­ner groß­zü­gi­gen Hin­ga­be und sei­nes wei­ten Her­zens beliebt. Er war ein Mys­ti­ker und ein Pil­ger, der in Ein­fach­heit und in einer wun­der­ba­ren Har­mo­nie mit Gott, mit den ande­ren, mit der Natur und mit sich selbst leb­te. An ihm wird man gewahr, bis zu wel­chem Punkt die Sor­ge um die Natur, die Gerech­tig­keit gegen­über den Armen, das Enga­ge­ment für die Gesell­schaft und der inne­re Frie­de untrenn­bar mit­ein­an­der ver­bun­den sind.

Ich sehe auch eine Ver­wandt­schaft zwi­schen Franz von Assi­si und dem hei­li­gen Bru­der Kon­rad, der hier in Alt­öt­ting, wo ich lebe, ver­ehrt wird. In einem Brief im Jahr 1872 schreibt Br. Konrad:

Ich möch­te gar oft alle Geschöp­fe anru­fen, dass sie mir doch mei­nen lie­ben Gott lie­ben helfen.

Hier zeigt der Kapu­zi­ner das Geheim­nis sei­ner Got­tes­be­zie­hung. Br. Kon­rad hat gewählt! Er stell­te Gott an die ers­te Stel­le in sei­nem Leben. Er hat­te einen Sen­sus für Got­tes Prä­senz in der Welt. Er hat­te ein Gespür für das Wesent­li­che. So wur­de sein Leben weit und tief.

Das geht mich an. Fran­zis­kus gibt uns mit dem Son­nen­ge­sang einen Impuls, um tie­fer zu sehen und ein Gespür für das Wesent­li­che zu bekommen.

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