Standpunkte
9. Juli 2026

Franziskanische Lebenskunst: mit leichtem Gepäck durchs Leben

Was dient dem Leben? Fran­zis­kus und sei­ne fran­zis­ka­ni­sche Lebens­kunst zei­gen uns auch heu­te noch, wie ein gutes Leben aus­se­hen kann. Ein Stand­punkt von Br. Hel­mut Rakow­ski, Pro­vin­zi­al der Kapuziner. 

Vor ein paar Wochen durf­te ich im Dom­mu­se­um in Salz­burg die Fran­zis­kus-Aus­stel­lung eröff­nen. Was mir von mei­nem Rund­gang durch die Aus­stel­lung vor allem in Erin­ne­rung bleibt, ist ein auf den ers­ten Blick unschein­ba­res und doch so star­kes Zeug­nis: die Holz­san­da­len des hei­li­gen Johan­nes Capis­tran. Es sind ein­fa­che Schu­he. Abge­tra­gen. Nichts Prunk­vol­les, nichts Reprä­sen­ta­ti­ves. Und doch erzäh­len sie mehr als man­ches gro­ße Bild: Sie erzäh­len von einem Men­schen, der unter­wegs war – zu den Men­schen, im Dienst des Evan­ge­li­ums, auf den Spu­ren des hei­li­gen Franziskus.

Johan­nes Capis­tran, im 15. Jahr­hun­dert in Ita­li­en gebo­ren, war Jurist, dann Fran­zis­ka­ner, ein lei­den­schaft­li­cher Pre­di­ger und ein Mann mit gro­ßer geist­li­cher Aus­strah­lung. Sei­ne San­da­len ste­hen für einen Weg: für das Gehen, für die Beweg­lich­keit des Glau­bens, für eine Exis­tenz, die sich nicht im Besitz absi­chert, son­dern sich sen­den lässt.

Wer auf sol­che Schu­he schaut, schaut nicht nur auf die Ver­gan­gen­heit. Er schaut auf einen Lebens­ent­wurf. Für uns als Kir­che, als Orden und als Gesell­schaft geht es um die Kunst, das Leben von innen her zu gestal­ten. Der hei­li­ge Franz hat dafür ein Grund­mo­dell vor­ge­lebt, das bis heu­te nichts von sei­ner Kraft ver­lo­ren hat: aus dem Evan­ge­li­um leben, Chris­tus ähn­lich wer­den, mit leich­tem Gepäck gehen, den Armen nahe sein, Frie­den stif­ten und die Schöp­fung als Schwes­ter und Bru­der achten.

Was Fran­zis­kus von Assi­si begon­nen hat, ist nicht im Mit­tel­al­ter ste­hen geblie­ben. Bis heu­te fol­gen wir Kapu­zi­ner und zahl­rei­che fran­zis­ka­nisch gepräg­te Frau­en und Män­ner sei­nem Vor­bild. Das geschieht in Klös­tern, Pfar­ren, Schu­len, Sozi­al­pro­jek­ten, in der Seel­sor­ge, in der Beglei­tung von Armen und Kran­ken, im Ein­satz für Gerech­tig­keit, Ver­söh­nung und die Bewah­rung der Schöpfung.

Fran­zis­ka­ni­sche Lebens­kunst ist kei­ne from­me Erin­ne­rung, son­dern eine leben­di­ge Form christ­li­cher Gegenwart.

Gera­de unse­re Gesell­schaft braucht sol­che Zeug­nis­se: Men­schen, die nicht nur fra­gen, was nütz­lich ist, son­dern was dem Leben dient; Men­schen, die Ein­fach­heit nicht mit Man­gel ver­wech­seln, son­dern als Frei­heit ver­ste­hen; Men­schen, die aus dem Glau­ben her­aus Nähe schaf­fen, Hoff­nung wach­hal­ten und Ver­ant­wor­tung für ande­re übernehmen.

Die Lebens­kunst des Franz von Assi­si ist eine Ein­la­dung, neu zu fra­gen, wie ein gutes, mensch­li­ches, gott­ver­bun­de­nes Leben heu­te aus­se­hen kann. Dar­an erin­nern mich auch die San­da­len des Johan­nes Capis­tran: Lebens­kunst wächst dort, wo ein Mensch lernt, das Evan­ge­li­um nicht nur zu bewun­dern, son­dern es zu leben. Schritt für Schritt.

Pressekontakt

Bei Fra­gen zu die­ser Mel­dung oder zur Auf­nah­me in den Pres­se­ver­tei­ler mel­den Sie sich per Mail oder Tele­fon bei Tobi­as Rau­ser, Lei­ter Pres­­se- und Öffent­lich­keits­ar­beit: Tele­fon: +49 (0)160–99605655 oder

KAPNEWS

Der News­let­ter der Kapuziner
Wol­len Sie über die Kapu­zi­ner und ihr Enga­ge­ment  infor­miert blei­ben? Dann mel­den Sie sich kos­ten­los für unse­re monat­li­chen „KAPNEWSan.
www.kapuziner.org/newsletter

Pressekontakt

Bei Fra­gen zu die­ser Mel­dung oder zur Auf­nah­me in den Pres­se­ver­tei­ler mel­den Sie sich per Mail oder Tele­fon bei Tobi­as Rau­ser, Lei­ter Pres­­se- und Öffent­lich­keits­ar­beit: Tele­fon: +49 (0)160–99605655 oder

KAPNEWS

Der News­let­ter der Kapuziner
Wol­len Sie über die Kapu­zi­ner und ihr Enga­ge­ment  infor­miert blei­ben? Dann mel­den Sie sich kos­ten­los für unse­re monat­li­chen „KAPNEWSan.
www.kapuziner.org/newsletter