News
13. Juli 2026

Gesundheit als Schlüssel: Hilfe für Menschen ohne Wohnsitz

Seit 2024 sta­bi­li­siert die ner­ven­ärzt­li­che Pra­xis des Fran­zis­kus­treffs in Frank­furt Men­schen ohne gesi­cher­ten Wohn­sitz mit nied­rig­schwel­li­gen Ansät­zen und baut sie dank kon­ti­nu­ier­li­cher Ver­sor­gung wie­der auf.

Wie wich­tig Gesund­heit für ein selbst­be­stimm­tes und gere­gel­tes Leben ist, wird den meis­ten Men­schen meist dann bewusst, wenn sie krank sind. Für obdach­lo­se Men­schen erschwert man­geln­de Gesund­heit ihre ohne­hin schwie­ri­ge Lage zusätz­lich. Bei kör­per­li­chen Erkran­kun­gen neh­men vie­le auf­grund ihrer hygie­ni­schen Situa­ti­on und ihres umfang­rei­chen Gepäcks ohne­hin nur im abso­lu­ten Not­fall ärzt­li­che Hil­fe an.

Geht es um die men­ta­le Gesund­heit ist für die meis­ten die Hür­de sich anzu­ver­trau­en noch höher. Dabei spielt die psy­chi­sche Ver­fas­sung eine ent­schei­den­de Rol­le, wenn es dar­um geht, den Weg zurück in Sicher­heit und gesell­schaft­li­che Teil­ha­be zu fin­den. Vie­le obdach­lo­se Men­schen lei­den unter psy­chi­schen Belas­tun­gen wie Depres­sio­nen, Angst­stö­run­gen oder trau­ma­ti­schen Erfah­run­gen. Die­se ent­ste­hen häu­fig nicht nur durch die Lebens­si­tua­ti­on auf der Stra­ße, son­dern sind oft der Grund, war­um jemand über­haupt in die Obdach­lo­sig­keit gera­ten ist.

Die erfah­re­ne Fach­ärz­tin für Neu­ro­lo­gie, Psych­ia­trie und Psy­cho­the­ra­pie, Dr. med. Eva Fucík, setzt sich seit Jah­ren für wohn­sitz­lo­se Men­schen in Frank­furt ein. Gemein­sam mit der Fran­zis­kus­treff-Stif­tung hat sie 2024 die ers­te psych­ia­tri­sche Pra­xis für Men­schen ohne fes­ten Wohn­sitz eröff­net. Mit der ehren­amt­li­chen Ärz­tin Dr. med. Mari­on Lier­mann bie­tet sie auch offe­ne Sprech­stun­den an. 

In der Prä­ven­ti­on steckt das größ­te Poten­zi­al für Betrof­fe­ne, gar nicht erst in Woh­nungs- oder gar Obdach­lo­sig­keit zu geraten.“
Dr. med. Eva Fucík

Der Bedarf ist groß: auch unter den obdach­lo­sen Gäs­ten im Fran­zis­kus­treff ist seit Jah­ren ein Anstieg bei see­li­schen Erkran­kun­gen zu ver­zeich­nen. Ist das der Fall, stößt die Sozi­al­be­ra­tung irgend­wann an ihre Gren­zen. Dann kann das Team der Pra­xis nied­rig­schwel­lig hel­fen. Die Gäs­te wer­den bei Bedarf direkt in die Sprech­stun­de vermittelt.

Das Bun­des­teil­ha­be­ge­setz und das Hes­si­sche Psy­chisch-Kran­ken-Hil­fe­ge­setz stär­ken die Rech­te von Men­schen mit psy­chi­schen Erkran­kun­gen und beto­nen ihre Betei­li­gung an Ent­schei­dun­gen, die sie selbst betref­fen. Gleich­zei­tig stei­gen die Anfor­de­run­gen an ein Hil­fe­sys­tem, das per­so­nen­zen­triert, ver­netzt und nied­rig­schwel­lig arbei­ten soll. Weil pas­sen­de Hil­fe noch immer mit vie­len Hür­den ver­bun­den ist, setzt sich vor allem der Gemein­de­psych­ia­tri­sche Ver­bund für eine bes­se­re Ver­net­zung der Ein­rich­tun­gen und Orga­ni­sa­tio­nen ein, die psy­chisch erkrank­te Men­schen unter­stüt­zen. Dazu gehö­ren psych­ia­tri­sche Kli­ni­ken, Bera­tungs­stel­len, Wohn­hil­fen, Tages­struk­tur­an­ge­bo­te, öffent­li­che Stel­len und bür­ger­li­che Hilfs­in­itia­ti­ven wie der Fran­zis­kus­treff und die gleich­na­mi­ge Stiftung.

Es ist wich­tig, Men­schen in ihrer Indi­vi­dua­li­tät zu erken­nen und nicht über Defi­zi­te zu definieren.“
Dr. med Mari­on Liermann

Wer obdach­lo­sen Men­schen wirk­lich hel­fen will, muss auch ihre Gesund­heit ganz­heit­lich mit­den­ken. Ein gere­gel­tes Leben beginnt im Inne­ren – mit Wür­de, psy­chi­scher Sta­bi­li­tät und der Chan­ce auf Heilung.

KAPNEWS

Der News­let­ter der Kapuziner
Wol­len Sie über die Kapu­zi­ner und ihr Enga­ge­ment  infor­miert blei­ben? Dann mel­den Sie sich kos­ten­los für unse­re monat­li­chen „KAPNEWSan.
www.kapuziner.org/newsletter

KAPNEWS

Der News­let­ter der Kapuziner
Wol­len Sie über die Kapu­zi­ner und ihr Enga­ge­ment  infor­miert blei­ben? Dann mel­den Sie sich kos­ten­los für unse­re monat­li­chen „KAPNEWSan.
www.kapuziner.org/newsletter