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FOTO: Kapuziner/Anita Ledersberger

BR. JOLY PUTHUSSERRRY VARGHESE

ist Jahr­gang 1977 und Dele­gat der Kapu­zi­ner in Feld­kirch, Inns­bruck, Ird­ning und Salz­burg. Der öster­rei­chi­sche Pries­ter mit indi­schen Wur­zeln lebt und arbei­tet im Kapu­zi­ner­klos­ter in Innsbruck. 

17. März 2026

Heiliger Josef: vom Mut zur Stille und zur Barmherzigkeit

Am 19. März fei­ern Chris­tin­nen und Chris­ten den hei­li­gen Josef. Was ihn am Zieh­va­ter Jesu fas­zi­niert, sagt Br. Joly Put­huss­er­ry Varg­he­se, Kapu­zi­ner im Kapu­zi­ner­klos­ter in Innsbruck. 

Im Inter­net habe ich vor eini­ger Zeit ein klei­nes, ein­drück­li­ches Video gese­hen. Es trägt den Titel: „Papa lügt“. Ein klei­nes Mäd­chen erzählt dar­in von sei­nem Vater. Am Anfang sagt es vol­ler Stolz: „Mein Papa ist der liebs­te Mensch der Welt.“ Doch spä­ter sagt es: „Mein Papa hat ein Pro­blem – er lügt.“

Wenn er sei­ne Arbeit ver­lo­ren hat, sagt er, er habe noch eine. Wenn die Kin­der im Restau­rant essen, sagt er, er habe kei­nen Hun­ger. Wenn er müde ist, sagt er, er sei nicht müde. Wenn er selbst nichts hat, sagt er: „Uns fehlt es an nichts.“ Und am Ende schließt das Kind mit einem Satz, der mich berührt: „Alle die­se Lügen erzählt Papa nur für mich.“

Im Her­zen eines jeden Men­schen lebt der Vater wei­ter. Wir spre­chen oft davon, wie sehr die Mut­ter unse­re Spi­ri­tua­li­tät prägt. Doch auch der Vater hin­ter­lässt stil­le Lini­en in unse­rer See­le. Man könn­te sagen: Die Mut­ter ist wie die Erde – der Vater ist wie der Same. Vie­le Väter zei­gen ihre Gefüh­le (zu) sel­ten. Und doch blei­ben gera­de die­se weni­gen Momen­te, in denen sie sich wirk­lich zei­gen, kost­ba­re Erin­ne­run­gen unse­res Lebens.

Die Bibel sagt über den hei­li­gen Josef nur einen ein­zi­gen Satz: „Er war ein gerech­ter Mann.“ In die­sem schlich­ten Wort liegt ein gan­zes Leben.

Josef war ein stil­ler Mensch. Er such­te Ant­wor­ten nicht im Lärm der Welt, son­dern im Gespräch mit Gott. Als Josef erfuhr, dass Maria ein Kind erwar­te­te, hät­te er gehen kön­nen. Doch im Hören auf Got­tes lei­se Stim­me blieb er – und sein Blei­ben wur­de Schutz für Mut­ter und Kind. Viel­leicht hat Jesus genau dort etwas gelernt: dass wah­re Stär­ke nicht in Här­te liegt, son­dern im Mut zur Barmherzigkeit.

Als man ihm spä­ter eine Frau brach­te, die gestei­nigt wer­den soll­te, folg­te er nicht dem Lärm der Men­ge, son­dern dem Weg der Barm­her­zig­keit. Viel­leicht ist das größ­te Kom­pli­ment für Josef, dass Jesus Gott „Vater“ nen­nen konn­te. Denn ein Vater spie­gelt immer auch etwas von Gott wider.

Dar­um den­ke ich mit Blick auf den hei­li­gen Josef auch an die stil­len Väter unse­rer Zeit – und natür­lich an jene Müt­ter, die in schwie­ri­gen Zei­ten bei­de Rol­len tra­gen muss­ten und müssen.

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