Interview
1. Sep­tem­ber 2025

„Ich bin vertraut mit diesem Ort“: Fünf Fragen an Gregor Zumholz

Gre­gor Zum­holz lei­tet den Freun­des­kreis des Kapu­zi­ner­klos­ters in Wer­ne. Was ihn mit dem Klos­ter ver­bin­det und ihn in sei­nem Ehren­amt antreibt, sagt er im Inter­view auf kapuziner.org. 

Herr Zum­holz, wie ent­stand ihre Ver­bin­dung zum Kapuzinerkloster? 

Gre­gor Zum­holz: Ich habe mein gan­zes Leben hier rund um das Klos­ter ver­bracht. Ich bin in der Nähe des Klos­ters groß gewor­den, habe die Kapu­zi­ner schon als klei­ner Jun­ge erlebt. Mei­ne Eltern hat­ten 200 Meter ent­fernt ein Lebens­mit­tel­ge­schäft, in dem Brü­der immer zum Ein­kau­fen kamen. Ein Kapu­zi­ner, Pater Suit­bert Busch, hat mich damals unter sei­nen Schutz gestellt und immer ver­tei­digt, auch gegen mei­ne Eltern, wenn es mal Ärger gege­ben hat. Ein beson­de­rer Tag war, als ich im Klos­ter in die Grup­pe der Mess­die­ner auf­ge­nom­men wurde.

Sie sind Vor­sit­zen­der des Freun­des­krei­ses des Kapu­zi­ner­klos­ters Wer­ne. War­um enga­gie­ren Sie sich für die Brü­der und das Kloster?

Die Kapu­zi­ner hier im Klos­ter waren Vor­bil­der und ich habe mich dann, über alle Jah­re, in ver­schie­dens­ten For­men, enga­giert. Ich habe Zelt­la­ger orga­ni­siert, spie­le seit 1968 hier in der Kir­che die Orgel. Ich war im Chor, habe die­sen auch gelei­tet. Ich mache Füh­run­gen durch Klos­ter und Kir­che und brin­ge Besu­chern die Schät­ze des Klos­ters näher. Und dann, im Jahr 2011, habe ich mit ande­ren hier den Freun­des­kreis des Kapu­zi­ner­klos­ters gegrün­det. Um die Fra­ge ganz kurz zu beant­wor­ten: Ich bin ver­traut mit die­sem Ort. Und ich füh­le mich für das Klos­ter und die Brü­der verantwortlich.

War­um haben Sie den Freun­des­kreis gegrün­det und wel­che Auf­ga­ben über­neh­men die ehren­amt­li­chen Mit­glie­der im Kloster?

Im Jahr 2011 ging das Gerücht um, dass die Kapu­zi­ner eini­ge Klös­ter schlie­ßen müs­sen, auch Wer­ne stand zur Dis­kus­si­on. Hier vor Ort haben wir uns gesagt: Wir müs­sen etwas unter­neh­men! Wir woll­ten zei­gen, dass das Klos­ter ohne viel Geld der Pro­vinz und mit der Hil­fe von Ehren­amt­li­chen am Leben erhal­ten wer­den kann. Wir woll­ten die Brü­der unter­stüt­zen und unab­hän­gi­ger machen. Die Initia­ti­ve für den Freun­des­kreis kam aus der Kol­ping-Gemein­schaft. Ende 2011 haben wir den Ver­ein gegrün­det. Ich bin ein­fach inter­es­se­hal­ber zur Grün­dungs­ver­an­stal­tung hin­ge­fah­ren – und kam dann als ers­ter Vor­sit­zen­der nach Hau­se (lacht). Zu Beginn lag der Fokus auf dem Klos­ter­gar­ten hier am Klos­ter. Gärt­ner küm­mern sich seit­her um alles rund um den Gar­ten, die Brü­der sind davon völ­lig ent­las­tet. Mit den Jah­ren haben Ehren­amt­li­che immer mehr Auf­ga­ben rund um das Klos­ter über­nom­men: tech­ni­sche War­tun­gen, Reno­vie­run­gen oder den wich­ti­gen Pfor­ten­dienst etwa.

War­um funk­tio­niert das in Wer­ne so gut?

Die Kapu­zi­ner sind – auch his­to­risch gese­hen – eng mit der Stadt ver­bun­den. Schon bei der Grün­dung war es der Wunsch der Bevöl­ke­rung, die Kapu­zi­ner vor Ort zu haben. Es gibt zahl­rei­che Geschich­ten, die die Ver­bun­den­heit bezeu­gen, ich will nur eine erzäh­len: Am Kar­frei­tag 1945 gab es mit­ten im Krieg in Wer­ne kein Was­ser mehr. Der ver­ant­wort­li­che Guar­di­an des Klos­ters hat sein Klos­ter­tor geöff­net und jeder Erwach­se­ne durf­te sich jeden Tag einen Eimer Was­ser holen. Es sind sol­che Geschich­ten, die Wer­nern (auch heu­te) noch in Erin­ne­rung sind. Und auch heu­te, im Jahr 2025, wün­schen sich sehr vie­le Bür­ger, dass die Kapu­zi­ner hier in der Stadt blei­ben – auch Men­schen, die eigent­lich mit Kir­che nicht mehr viel am Hut haben. Zum Gelin­gen gehört aber natür­lich auch, dass die Kapu­zi­ner vor Ort das Enga­ge­ment und die Hil­fe wert­schät­zen. Sie sehen, was die Frau­en und Män­ner für das Klos­ter leis­ten und sind dank­bar dafür. Dadurch ist Klos­ter ein guter Ort für uns Enga­gier­te und auch für die Brü­der, die hier leben.

Was ist Ihr Lieb­lings­ort im Kloster?

Mit einem kom­me ich nicht aus (lacht). Ich bin ger­ne auf der Orgel­büh­ne. Aber ich sit­ze auch genau­so ger­ne in der wun­der­schö­nen Kir­che. Sit­ze ein­fach nur da, schaue die Altar­ge­mäl­de an, mit ihren schö­nen und aus­sa­ge­kräf­ti­gen Bildern.

Das Inter­view führ­te Tobi­as Rau­ser. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zum Freun­des­kreis des Kapu­zi­ner­klos­ters Wer­ne fin­den Sie auf der Web­site

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