
FOTO: Kapuziner/Tobias Rauser
„Ich bin vertraut mit diesem Ort“: Fünf Fragen an Gregor Zumholz
Gregor Zumholz leitet den Freundeskreis des Kapuzinerklosters in Werne. Was ihn mit dem Kloster verbindet und ihn in seinem Ehrenamt antreibt, sagt er im Interview auf kapuziner.org.
Herr Zumholz, wie entstand ihre Verbindung zum Kapuzinerkloster?
Gregor Zumholz: Ich habe mein ganzes Leben hier rund um das Kloster verbracht. Ich bin in der Nähe des Klosters groß geworden, habe die Kapuziner schon als kleiner Junge erlebt. Meine Eltern hatten 200 Meter entfernt ein Lebensmittelgeschäft, in dem Brüder immer zum Einkaufen kamen. Ein Kapuziner, Pater Suitbert Busch, hat mich damals unter seinen Schutz gestellt und immer verteidigt, auch gegen meine Eltern, wenn es mal Ärger gegeben hat. Ein besonderer Tag war, als ich im Kloster in die Gruppe der Messdiener aufgenommen wurde.
Sie sind Vorsitzender des Freundeskreises des Kapuzinerklosters Werne. Warum engagieren Sie sich für die Brüder und das Kloster?
Die Kapuziner hier im Kloster waren Vorbilder und ich habe mich dann, über alle Jahre, in verschiedensten Formen, engagiert. Ich habe Zeltlager organisiert, spiele seit 1968 hier in der Kirche die Orgel. Ich war im Chor, habe diesen auch geleitet. Ich mache Führungen durch Kloster und Kirche und bringe Besuchern die Schätze des Klosters näher. Und dann, im Jahr 2011, habe ich mit anderen hier den Freundeskreis des Kapuzinerklosters gegründet. Um die Frage ganz kurz zu beantworten: Ich bin vertraut mit diesem Ort. Und ich fühle mich für das Kloster und die Brüder verantwortlich.
Warum haben Sie den Freundeskreis gegründet und welche Aufgaben übernehmen die ehrenamtlichen Mitglieder im Kloster?
Im Jahr 2011 ging das Gerücht um, dass die Kapuziner einige Klöster schließen müssen, auch Werne stand zur Diskussion. Hier vor Ort haben wir uns gesagt: Wir müssen etwas unternehmen! Wir wollten zeigen, dass das Kloster ohne viel Geld der Provinz und mit der Hilfe von Ehrenamtlichen am Leben erhalten werden kann. Wir wollten die Brüder unterstützen und unabhängiger machen. Die Initiative für den Freundeskreis kam aus der Kolping-Gemeinschaft. Ende 2011 haben wir den Verein gegründet. Ich bin einfach interessehalber zur Gründungsveranstaltung hingefahren – und kam dann als erster Vorsitzender nach Hause (lacht). Zu Beginn lag der Fokus auf dem Klostergarten hier am Kloster. Gärtner kümmern sich seither um alles rund um den Garten, die Brüder sind davon völlig entlastet. Mit den Jahren haben Ehrenamtliche immer mehr Aufgaben rund um das Kloster übernommen: technische Wartungen, Renovierungen oder den wichtigen Pfortendienst etwa.
Warum funktioniert das in Werne so gut?
Die Kapuziner sind – auch historisch gesehen – eng mit der Stadt verbunden. Schon bei der Gründung war es der Wunsch der Bevölkerung, die Kapuziner vor Ort zu haben. Es gibt zahlreiche Geschichten, die die Verbundenheit bezeugen, ich will nur eine erzählen: Am Karfreitag 1945 gab es mitten im Krieg in Werne kein Wasser mehr. Der verantwortliche Guardian des Klosters hat sein Klostertor geöffnet und jeder Erwachsene durfte sich jeden Tag einen Eimer Wasser holen. Es sind solche Geschichten, die Wernern (auch heute) noch in Erinnerung sind. Und auch heute, im Jahr 2025, wünschen sich sehr viele Bürger, dass die Kapuziner hier in der Stadt bleiben – auch Menschen, die eigentlich mit Kirche nicht mehr viel am Hut haben. Zum Gelingen gehört aber natürlich auch, dass die Kapuziner vor Ort das Engagement und die Hilfe wertschätzen. Sie sehen, was die Frauen und Männer für das Kloster leisten und sind dankbar dafür. Dadurch ist Kloster ein guter Ort für uns Engagierte und auch für die Brüder, die hier leben.
Was ist Ihr Lieblingsort im Kloster?
Mit einem komme ich nicht aus (lacht). Ich bin gerne auf der Orgelbühne. Aber ich sitze auch genauso gerne in der wunderschönen Kirche. Sitze einfach nur da, schaue die Altargemälde an, mit ihren schönen und aussagekräftigen Bildern.
Das Interview führte Tobias Rauser. Weitere Informationen zum Freundeskreis des Kapuzinerklosters Werne finden Sie auf der Website.
