
FOTO: KAPUZINER
Kapuziner aus Albanien zu Besuch in Assisi
Gemeinsam haben die Kapuziner aus Albanien Assisi besucht und konnten am Sarkophag des heiligen Franziskus beten. Ein intensives und berührendes Erlebnis, wie Br. Andreas Waltermann berichtet.
Vom 2. bis zum 5. März 2026 haben wir Kapuziner aus Albanien Assisi besucht. Wir waren bei den Kapuzinern ganz in der Nähe untergebracht und haben ihre Gastfreundschaft erfahren. Anlass war die Öffnung des Grabes des heiligen Franziskus und die Ausstellung seiner sterblichen Überreste in der Unterkirche von San Francesco. So konnten wir auch früh morgens an der Lesehore und der Laudes direkt am gläsernen Sarkophag des Bruders Franziskus teilnehmen – für mich und für uns alle ein besonderes Erlebnis. Berührend, nah und herausfordernd zugleich.
Massen von Menschen hatten sich online angemeldet und der Strom der Pilger von morgens 8.00 Uhr bis abends 20.00 Uhr riss nicht ab. Alles war gut organisiert. Am Tag nach unserer Ankunft fanden auch wir uns morgens rechtzeitig vor der Basilika San Francesco ein und warteten mit circa 400 bis 500 anderen Menschen auf den Einlass. Die Stimmung war gelöst und erwartungsvoll. In andächtiger Stille, mit Gesten der Verehrung des Heiligen und des persönlichen Gedenkens wurden die Menschen dann am Sarkophag vorbei geschleust. Wir konnten dort in der Nähe noch eine Zeit lang in stillem Gebet verweilen.
Natürlich hatten wir noch ein begleitendes Programm. Jeder Bruder hatte einen Impuls für die jeweiligen Orte vorbereitet, die wir besuchten: San Damiano, der Ort der Begegnung mit Jesus Christus am Kreuz und in der Nähe mit den Aussätzigen, der Dom San Rufino mit dem Taufstein, die Kirche Santa Chiara mit dem Kreuz aus San Damiano, Maria Maggiore, die frühere Bischofskirche von Assisi und heute die Grablege des heiligen Carlo Acutis, die Carceri mit den einsamen Rückzugsorten und schließlich Portiuncola, das damalige Zentrum der Bruderschaft und der Sterbeort des heiligen Franziskus.
Eine besondere Erfahrung war auch der Besuch in Spello bei den Kapuzinern, die dort als San-Lorenzo-Gemeinschaft leben – einfach, ohne Angestellte, verbunden mit den Bewohnern des kleinen umbrischen Städtchens mit den verwinkelten und engen Gassen.
Wir hatten Zeit zum Gebet, zur Stille, zur Erinnerung an Franziskus und zum Nachdenken über sein bleibendes Vermächtnis und unser franziskanisch-kapuzinisches Charisma in der heutigen Zeit, das immer noch auf so vielfältige Weise stark und lebendig ist. Und wir waren gemeinsam als Brüder aus drei Ländern – Albanien, Italien und Deutschland – unterwegs, vereint im Dasein und im Wirken für die Menschen in Albanien und mit ihnen.
Die nahe Begegnung mit dem heiligen Franziskus war uns eine intensive Ermutigung für unseren Weg und eine Inspiration auf Zukunft hin.
Text: Br. Andreas Waltermann
