News
18. Novem­ber 2025

Kapuziner-FAQ: Wie bete ich?

In unse­ren FAQ beant­wor­ten wir Fra­gen rund um Orden und Kir­che. Heu­te geht es um das Gebet. Wie bete ich rich­tig? Gibt es eine Anlei­tung? Bekom­me ich eine Ant­wort und was bringt mir das Gebet?

Wie bete ich richtig? 

Rich­tig beten ist wie atmen. Ein­at­men. Aus­at­men. Das kann man nicht rich­tig oder falsch machen. Es geschieht ein­fach, wie der Herz­schlag. Bei­des emp­fan­gen Sie vom Leben. Oder wovon sonst? Von Gott? Begin­nen Sie zu stau­nen. Sie mer­ken: Beten ist eher stumm stau­nen. Mit einem leis­ten Gefühl von Dankbarkeit.

Wie bete ich kon­kret zu Gott? 

Stel­len Sie sich einen guten Freund vor. Wen­den Sie sich ihm zu. Spre­chen Sie ein­fach, wie es Ihnen gera­de ein­fällt. Sagen Sie ein Wort, das in Ihnen auf­steigt. Etwa: Gott. Oder: Herr. Oder: Jesus. Mehr nicht. Atmen Sie tief ein. Beim Aus­at­men spre­chen Sie die­sen Namen aus. Eine Minu­te lang täg­lich mor­gens. In der nächs­ten Woche mor­gens und abends. In der drit­ten Woche ohne lau­tes spre­chen, aber um so herzlicher.

Was ist ein Gebet?

Ein klei­ner Schritt vom Ego zum Du. Zur Lie­be. Ein Satz. Ein dank­ba­rer Blick nach innen. Ein Öff­nen vor Gott, der Sie sieht, auch wenn Sie sich ver­ste­cken. Ein Wort, das leicht ist. Oder Schweigen.

Wel­che Arten von Gebet gibt es? 

Lob. Dank. Bit­te. Kla­ge. Eine Für­bit­te, die den Men­schen meint, der Ihnen wich­tig ist. Und sinn­li­ches Ver­kos­ten der Gegen­wart Got­tes. Eins­wer­den mit dem Uni­ver­sum. Und so eins­sein mit dem Schöp­fer die­ser Wunderwelt.

An wel­chem Ort bete ich am besten? 

Wäh­len Sie einen Ort, an dem Sie ehr­lich da sein kön­nen. Zuhau­se. Kir­che. Unter­wegs. Ein Ort, der Ihnen Raum gibt, wenn Sie suchen. Das kann auch mit­ten im Tru­bel sein. Stil­le ist auf jeden Fall hilf­reich. Aber man­chem auch der Lärm, in dem man aus­ru­hen kann wie im Auge eines Orkans.

Wie lan­ge dau­ert ein gebet? 

Es gibt dafür kei­ne Regeln. Manch­mal kurz. Manch­mal lang. Ein Atem­zug kann schon alles ent­hal­ten. Oder vie­le Minu­ten, in denen Sie spü­ren, wie Sie sich lang­sam öff­nen. Gott misst nicht. Sie dür­fen frei blei­ben. Wenn Sie sich in Got­tes Gegen­wart ver­sen­ken, ver­geht die Zeit wie im Flu­ge. Genie­ßen Sie die­se Zeit, egal wie lang.

Gibt es einen ritu­el­len Rah­men für ein Gebet? 

Es gibt kei­ne Pflicht, aber ein Rah­men kann hel­fen. Kreuz­zei­chen. Amen. Oder ein­fach Stil­le, in der Sie sich sam­meln, bevor Sie begin­nen. Ritua­le sind ein Ange­bot wie ein Gelän­der, dass Sicher­heit geben kann. Ein Ritu­al kann sein: Fünf Minu­ten frü­her auf­ste­hen als nötig. Und die Zeit für Gott gestal­ten: Ker­ze an, das Kreuz anbli­cken, die Liebs­ten im Her­zen wach­ru­fen, sie dem Segen Got­tes über­ge­ben, genau­so wie den Tag, der vor Ihnen liegt. Mit dem Kreuz­zei­chen schließen.

Gibt es eine Anlei­tung in der Bibel? 

Ja, die gibt es. Da sind zum Bei­spiel die Psal­men. Das Vater­un­ser. Wor­te, die gewach­sen sind aus dem Glau­ben vie­ler Men­schen. Mehr brau­chen Sie nicht. Oft gilt: Lie­ber weni­ger als mehr. Ler­nen Sie vier Ver­se aus­wen­dig, die Sie anspre­chen. Wie­der­ho­le. Sie die­se täg­lich mehr­mals. So ver­in­ner­li­chen Sie die­se. Und sie for­men Sie.

Wie for­mu­lie­re ich MEIN Gebet? 

Spre­chen Sie, wie Sie spre­chen. Ohne Druck. Ohne Form. Mit Wor­ten, die aus Ihrem Leben kom­men und sich echt anfüh­len. Gott ver­steht Sie. Immer.

Ich wür­de ger­ne beten, kann aber nicht. und nun? 

Set­zen Sie sich hin und atmen Sie. Sagen Sie ein klei­nes Wort. Viel­leicht „Herr“. Oder „Gott“. Ver­bin­den Sie sich mit denen, die schon beten kön­nen. Vor allem ist wich­tig: Sie sind nicht allein. Mehr braucht es nicht. Sie wach­sen hinein.

Bekom­me ich eine Ant­wort auf Mein GEbet? 

Ja. Manch­mal sofort. Manch­mal spä­ter. In Gedan­ken, die auf­stei­gen, wenn Sie es nicht erwar­ten. In Men­schen. Oder im Frie­den danach. Oder indem Ihnen ein Licht auf­geht. Und wenn nichts kommt: Das ist auch Ant­wort für Sie, der gewohnt ist, auf eine Leis­tung eine Gegen­leis­tung zu erhal­ten. Also bit­te: Geduld!

Ist Gebet ein Dia­log oder ein ein­sei­ti­ger Anruf? 

Bei­des. Sie spre­chen, er hört. Er ant­wor­tet lei­se, was Sie mer­ken, wenn Ihr Herz ruhig wird. Manch­mal im Schwei­gen. Manch­mal im Wort.

Was ist der rich­ti­ge ZEit­punkt für ein Gebet? 

Wenn Sie dank­bar sind. Wenn Sie suchen. Wenn Sie zwei­feln. Wenn Sie Freu­de spü­ren, die Ihnen zeigt, wie leben­dig Sie sind. Wenn Sie trau­rig sind. Kurz: Immer.

War­um soll ich beten, was bringt mir das Gebet? 

Nichts. Das Gebet ist wie ein Kuss, den Sie geben, der Ihnen hof­fent­lich nichts brin­gen soll, son­dern mit dem Sie etwas geben wol­len. Ohne Erwar­tung. In frei­er Lie­be. Reif. Gebet klärt, es trös­tet. Es stärkt Sie, der Sie mehr tra­gen, als Sie nach Außen zei­gen. Gebet ver­bin­det und es führt weiter.

 

Die Fra­gen beant­wor­te­te Br. Pau­lus Ter­wit­te. In der Rei­he Kapu­zi­ner-FAQ sind bereit meh­re­re Arti­kel erschie­nen, etwa zum Stun­den­ge­bet oder zur Vita Mix­ta. Einen Über­blick über alle Bei­trä­ge fin­den Sie hier

Pressekontakt

Bei Fra­gen zu die­ser Mel­dung oder zur Auf­nah­me in den Pres­se­ver­tei­ler mel­den Sie sich per Mail oder Tele­fon bei Tobi­as Rau­ser, Lei­ter Pres­­se- und Öffent­lich­keits­ar­beit: Tele­fon: +49 (0)160–99605655 oder

KAPNEWS

Der News­let­ter der Kapuziner
Wol­len Sie über die Kapu­zi­ner und ihr Enga­ge­ment  infor­miert blei­ben? Dann mel­den Sie sich kos­ten­los für unse­re monat­li­chen „KAPNEWSan.
www.kapuziner.org/newsletter

Pressekontakt

Bei Fra­gen zu die­ser Mel­dung oder zur Auf­nah­me in den Pres­se­ver­tei­ler mel­den Sie sich per Mail oder Tele­fon bei Tobi­as Rau­ser, Lei­ter Pres­­se- und Öffent­lich­keits­ar­beit: Tele­fon: +49 (0)160–99605655 oder

KAPNEWS

Der News­let­ter der Kapuziner
Wol­len Sie über die Kapu­zi­ner und ihr Enga­ge­ment  infor­miert blei­ben? Dann mel­den Sie sich kos­ten­los für unse­re monat­li­chen „KAPNEWSan.
www.kapuziner.org/newsletter