
FOTO: KAPUZINER
Neue Provinzleitung
Der neue Provinzial Br. Yoseph Sinaga (3. von rechts) mit seinem Leitungsteam und dem Generalminister der Kapuziner Br. Roberto Genuin (4. von rechts)
Neue Kapuzinerprovinz in Sibolga in Indonesien
Am 5. August ist im indonesischen Sibolga eine neue Kapuzinerprovinz gegründet worden. Im Jahr 1929 kamen die ersten Kapuziner als Missionare ins Land. Ein deutscher Kapuziner lebt noch vor Ort.
Mit rund 800 Gästen haben die Kapuziner der neuen Provinz Sibolga in Indonesien die Gründung ihrer neuen Provinz gefeiert. Unter anderem waren der Generalminister des Ordens, Br. Roberto Genuin, sowie der Provinzial der deutschen Kapuzinerprovinz, Br. Helmut Rakowski, nach Indonesien gekommen. Eingerahmt von einer Eucharistiefeier, von Tänzen und Gesangsdarbietungen sowie einem Festmahl für alle und begleitet vom Batak-Schlachtruf „Horas“, erklärte Br. Roberto die Provinz Sibolga für errichtet.
Der Orden geht in dieser Region auf das Jahr 1929 zurück. Damals kam der Niederländer Br. Chrysologus Timmermans als erster Kapuziner in die heutige Stadt Sibolga auf der gleichnamigen Insel. Er wurde zum Pionier der Seelsorge und gründete die Pfarrei St. Theresia von Lisieux, die später zur Kathedrale der Diözese Sibolga wurde. 1939 gingen dann die ersten holländischen Missionare auf die vorgelagerte Insel Nias. 1955 übernahmen Brüder der ehemaligen Rheinisch-Westfälischen Provinz die Mission in Sibolga und Nias, nachdem sie aus China vertrieben worden waren. 1962 kamen Südtiroler Missionare dazu.
Br. Yoseph Sinaga wurde zum neuen Provinzial ernannt. Der Kapuziner berichtet, dass es heute auf dem Provinzgebiet insgesamt 96 Kapuziner gibt. 56 Brüder haben ewige Gelübde, die übrigen sind in der Ausbildung. 14 Postulanten bereiten sich auf das Noviziat vor. Noch immer gibt es ein stetiges Wachstum. Die Zukunft der Provinz sieht dank der vielen jungen Brüder und der anhaltenden Berufungen positiv aus.
In der großen Festhalle war ein Stuhl mit dem Wort „Missionar“ reserviert. Darauf nahm Br. Martinian Grützner Platz. Der 87-jährige deutsche Ordensmann ist der letzte verbliebene Missionar in Sibolga. Der Berliner hat unzählige Kirchen und Ordenshäuser gebaut und arbeitet noch in seinem hohen Alter an einem Steinaltar, den er selbst behaut. Ein zweiter deutscher Missionar, Br. Johannes Hämmerle, lebt in Indonesien in der eigenständigen Kustodie Nias.
In den vergangenem fast einhundert Jahren haben die Kapuziner gemeinsam mit verschiedenen Schwesterngemeinschaften die Kirche vor Ort aufgebaut und sich nach und nach aus vielen Werken zurückgezogen. Schulen und Sozialeinrichtungen werden heute von lokalen Ordensgemeinschaften und vom Bistum verantwortet. Der neue Provinzial, Br. Yoseph, sieht die Hauptaufgabe des Ordens in der Weiterbildung der Gläubigen: „Die Schulausbildung ist heute viel besser geregelt. Wir kümmern uns verstärkt um die Glaubensbildung. Exerzitien und Weiterbildungsangebote gehören neben der allgemeinen Seelsorge zu unseren Haupttätigkeiten.“
