News

FOTO: KAPUZINER/LEDERSBERGER

BR. CHRISTOPHORUS GOEDEREIS

wur­de 1965 in Nord­horn gebo­ren. Seit 1984 ist er Kapu­zi­ner und lebt zur­zeit im Kapu­zi­ner­klos­ter im nie­der­län­di­schen Velp. 

24. Mai 2026

Pfingsten: Was der Mensch zum Leben braucht

Pfings­ten führt uns zurück zu den Quel­len. Es erin­nert an das, was Gott der Mensch­heit mit­ge­ge­ben hat. An Pfings­ten stel­len wir die Fra­ge: Was benö­ti­gen wir zum Leben? Ein Impuls von Br. Chris­to­pho­rus Goedereis.

Pfings­ten bringt uns zurück zu den Wur­zeln unse­res jüdisch-christ­li­chen Ursprungs. Sie­ben Wochen lang haben wir nun die Oster­zeit gefei­ert. Sie endet am 50. Tag mit dem Pfingst­fest (grie­chisch pen­te­kos­te = der fünf­zigs­te). Die­se sym­bo­li­sche Zahl stammt aus dem Alten Tes­ta­ment. Sie geht zurück auf den 50. Tag nach dem jüdi­schen Pes­sach­fest. Die­ser 50. Tag heißt in der jüdi­schen Tra­di­ti­on „Scha­wuot“ und dient dem Geden­ken der Offen­ba­rung Got­tes in der Tora (also in den hei­li­gen fünf Büchern Mose) sowie in den zehn Gebo­ten. Das Scha­wuot-Fest, 50 Tage nach dem jüdi­schen Haupt­fest Pessach, ist damit die Fei­er der Voll­endung der Got­tes­of­fen­ba­rung im Alten Testament.

Pfings­ten hin­ge­gen, 50 Tage nach dem christ­li­chen Haupt­fest Ostern, bil­det die Voll­endung der Got­tes­of­fen­ba­rung im Neu­en Tes­ta­ment. Nach Tod, Auf­er­ste­hung und Him­mel­fahrt Jesu wer­den die Jün­ger und die Frau­en, die Jesus folg­ten, nun gleich­sam in die „Selbst­stän­dig­keit“ ent­las­sen. Der auf­er­stan­de­ne, leib­haf­ti­ge Jesus ist nicht mehr unter ihnen. Die Zeit der Selbst­of­fen­ba­rung Got­tes ist voll­endet. Der Hei­li­ge Geist wird die Men­schen wei­ter beglei­ten, immer tie­fer in die Wahr­heit Got­tes ein­füh­ren, er wird die Gläu­bi­gen trös­ten und lei­ten, so sagt man – aber eigent­lich hat Gott durch sein Han­deln im Alten wie im Neu­en Bund der Mensch­heit nun alles hin­ter­las­sen, was sie zum Leben nötig hat.

Die­se Hin­ter­las­sen­schaft hat kon­kre­te Gestalt. Sie zeigt sich in dem, was wir unse­ren gemein­sa­men jüdisch-christ­li­chen Ursprung nen­nen kön­nen: in Wer­ten wie Got­tes­eben­bild­lich­keit, Men­schen­wür­de, Gleich­heit, Gerech­tig­keit, Ver­ge­bung, Ver­söh­nung, Demut, Frie­den, Umkehr und Neu­be­ginn. Sie zeigt sich in den Zehn Gebo­ten, im Han­deln und in der Bot­schaft Jesu, in den Selig­prei­sun­gen der Berg­pre­digt und im Han­deln Got­tes selbst.

Die Pfingst­se­quenz spricht von den sie­ben Gaben des Hei­li­gen Geis­tes: Weis­heit, Ein­sicht, Rat, Stär­ke, Erkennt­nis, Fröm­mig­keit und Got­tes­furcht. Hal­tun­gen, die wir heu­te drin­gen­der brau­chen denn je. Wis­sen­schaft ohne Weis­heit führt an den Rand des Abgrunds. Poli­ti­sches Han­deln ohne Ver­stand, ohne Demut und ohne Rat bringt die Welt in bedroh­li­che Szenarien.

Pfings­ten erin­nert uns: Die Fra­ge „Was ist der Mensch?“ gehört neu in den Mit­tel­punkt unse­res Han­delns. Im Klei­nen wie im Gro­ßen, in Wis­sen­schaft und Poli­tik, im per­sön­li­chen Leben.

KAPNEWS

Der News­let­ter der Kapuziner
Wol­len Sie über die Kapu­zi­ner und ihr Enga­ge­ment  infor­miert blei­ben? Dann mel­den Sie sich kos­ten­los für unse­re monat­li­chen „KAPNEWSan.
www.kapuziner.org/newsletter

KAPNEWS

Der News­let­ter der Kapuziner
Wol­len Sie über die Kapu­zi­ner und ihr Enga­ge­ment  infor­miert blei­ben? Dann mel­den Sie sich kos­ten­los für unse­re monat­li­chen „KAPNEWSan.
www.kapuziner.org/newsletter